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Reinigungsservice ZipJet launcht in London

Die Firmenfabrik Rocket Internet spuckt das nächste Geschäftsmodell aus: In London startet heute das Wäscherei-Startup ZipJet. Der Dienst verspricht, die schmutzige Wäsche seiner Nutzer an einem Wunschort zu sammeln und innerhalb von 24 Stunden gewaschen und zusammengelegt zurückzubringen. Bestellt wird über eine App, dort kann auch der Status des Auftrags verfolgt werden.

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Für einen 6-Kilogramm-Sack an Dreckwäsche nimmt ZipJet umgerechnet knapp 16 Euro, gegen einen Aufpreis werden Kleidungsstücke auch chemisch gereinigt und gebügelt. Das Angebot gilt zunächst nur für die Stadtteile Camden, City of London, Hammersmith, Fulham, Kensington, Chelsea und Westminster.

Laut ZipJet besitzen vier Prozent der englischen Haushalte keine Waschmaschine, in Single-Haushalten sogar zehn Prozent. Diese Zielgruppe will das Startup ansprechen – und davon profitieren, dass der Anteil von Ein-Personen-Haushalten immer weiter zunimmt.

ZipJet passt in das Muster der zuletzt gestarteten Rocket-Ventures, mit denen der Inkubator am Markt für Dienstleistungen rund um den Haushalt mitverdienen will. Ebenfalls in London starteten im Juli der Selfstorage-Service SpaceWays und Ende August der Gourmet-Lieferdienst Eatfirst; in München ging vor wenigen Wochen das Angebot von ShopWings live, mit dem Nutzer persönliche Lebensmitteleinkäufer beauftragen können.

Wie bei Rocket üblich gibt es für ZipJet Vorbilder in den USA. Die dortigen Wäscherei-Startups zeigten bislang allerdings gemischte Ergebnisse: Während Washio im Juni eine 10,5-Millionen-Dollar-Runde einfahren konnte und schon in vier US-amerikanischen Großstädten verfügbar ist, musste das vom Y Combinator unterstützte Startup Prim im Januar schon nach sieben Monaten dichtmachen.

Die Rocket-Version des Geschäftsmodell dürfte nach bewährtem Rocket-Rezept auf schnelles Wachstum setzen: In der „nahen Zukunft“ würden andere Standorte hinzukommen, so das Unternehmen. Man sei überzeugt, „dass das Modell auch in anderen Großstädten Europas und darüber hinaus Potenzial“ habe, so Mitgründer Damian Kastil.

Kastil, Stanford-Absolvent und Ex-BCG-Berater, ist einer von gleich vier ZipJet-Gründern. Zwei davon – Kastil und Florian Färber, zuvor Head of Business Development beim Reifenhändler Tirendo – arbeiten von Berlin aus; zwei weitere von London aus: die ehemalige McKinsey-Berater Lorenzo Franzi und Marco Sperling. Sperling ist seit September zudem Global Venture Development Director bei Rocket. Das gesamte ZipJet-Team besteht aus 20 Mitarbeitern, 15 davon sind in der britischen Hauptstadt stationiert.

Bild: ZipJet