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Charles-Edouard Bouée, CEO von Roland Berger

Startups sind Roland Berger wichtig – die Unternehmensberatung versucht vehement, einen Fuß in die Türen junger, digitaler Unternehmen zu bekommen. Terra Numerata heißt das Projekt dafür, das der neue Berger-Chef Charles-Edouard Bouée im Dezember ins Leben rief. Bei der Initiative sollen Kunden und Partner branchen- und länderübergreifende Kooperationen schmieden, klarer Fokus liegt dabei auf Digitalisierung und Innovation. Nun verkündet Roland Berger, künftig mit dem Venture-Capital-Geber E.ventures zusammenzuarbeiten, der unter anderem in Groupon, Kaufda, und Farfetch investiert ist.

Ein zentrales Ziel: neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Die Berater von Roland Berger würden nach der Marktanalyse gemeinsam mit den Venture-Capital-Experten von E.ventures neue Businessmodelle ableiten und bei deren Umsetzung helfen, heißt es. Beide Unternehmen könnten durch die Kooperation gemeinsam neue Produkte entwickeln, die sie einzeln nicht hätten anbieten können, lässt sich Berger-CEO Bouée zitieren. Zudem könnten ausgewählte Berger-Kunden über E.ventures in erfolgversprechende Startups investieren.

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Die Unternehmensberatung und das Venture-Capital-Unternehmen ergänzten sich „geradezu ideal“, verkündet Roland Berger. In jedem Fall sind sich die Partner schneller über ihre Zusammenarbeit einig geworden, als Roland Berger und Rocket Internet. Ursprünglich wollten beide gemeinsam einen sogenannten „Super-Inkubator“ aufbauen, wie Bouée im Dezember ankündigte. Der soll Startups großziehen; innerhalb von sechs Monaten war der Start geplant – doch bis heute hat man von dem Projekt nichts mehr gehört. Wie Gründerszene gestern berichtete, hieß es auf Nachfrage von der Beratungsfirma lediglich, es werde Entwicklungen geben. Rocket sagte dazu, man arbeite eng und partnerschaftlich zusammen.

Nun will Roland Berger also erst einmal neue Geschäftsmodelle mit E.ventures entwickeln. „Idealerweise greift ein Kunde nach und nach auf sämtliche Leistungen der Kooperation zurück“, sagt Egbert Wege, der bei Roland Berger die Kooperation betreut. „Es beginnt mit der Frage, ob und wie die digitale Transformation ein Unternehmen überhaupt betrifft. Welche Risiken und Chancen eröffnet sie?“

Auf dem Marktplatz sollen Kunden dann gemeinsam mit den Beratern nach Expertise fahnden, über die sie selbst nicht verfügen. Auch, wer nach geeigneten M&A-Zielen oder einem erfahrenen Gründer-Team sucht, um die eigene digitale Transformation voranzutreiben, soll unterstützt werden. Für E.ventures wiederum könnte sich die Kooperation lohnen, wenn sich Berger-Kunden für die Beteiligungen des VCinteressieren und zu Geldgebern werden.

Bild: Roland Berger