Das Team von Room.me (v.l): Felix Glaser (CPO), Wilko Kunert (CTO), Julia Katharina Schmitt (Marketing) und Max Kersting (CEO)

Max Kersting wurde in den USA geboren, wuchs in Deutschland auf und war für sein Studium in der ganzen Welt unterwegs – in Ägypten, Europa, Kalifornien. Immer wieder eine neue Stadt, immer wieder eine neue WG. Und Mitbewohner zu finden, also richtig gute Mitbewohner, die zu ihm passen, war jedes Mal schwierig. Zu schwierig, fand Kersting.

Wenn es also immer mehr Dating-Websites und -Apps gibt, die dabei helfen, das perfekte Liebes-Match zu finden – weshalb keine WG-Matching-Lösung? Gemeinsam mit seinen Freunden Felix Glaser und Wilko Kunert machte er sich an die Entwicklung von Room.me. Ein Algorithmus soll – ähnlich wie bei einer Dating-App – dabei helfen, den perfekten Mitbewohner zu finden.

Im vergangenen Sommer schaffte es Room.me als einziges deutsches Startup in den vierten Durchlauf des Accelerator-Programms von Axel Springer Plug & Play und entwickelte dort seine Beta-Version weiter. Im April 2015 eröffnete das Startup ein weiteres Büro in San Francisco.

Millionen-Funding in der Seed-Runde

Nun verkündet das Berliner Startup den Abschluss seiner Seed-Runde: Lead-Investor ist der Stuttgarter VC Grazia Equity Partners, außerdem haben sich mehrere Angel-Investoren beteiligt. Nach Angabe von Room.me beträgt die Finanzierungssumme 1,1 Millionen US-Dollar.

Mit dem Geld startet das junge Unternehmen seinen Dienst. Und zwar in Kalifornien – nicht etwa in Berlin, wo der Hauptsitz ist. „Die Entscheidung, das Produkt zunächst in San Francisco und der Bay Area zu launchen, ist uns leicht gefallen“, so Julia Katharina Schmitt, Marketing-Verantwortliche des Unternehmens. Das Portal habe in der Region um San Francisco einen noch stärkeren Mehrwert für die User als in Deutschland. Hierzulande gebe es schon genügend Angebote für die WG-Suche.

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Zudem seien die Mieten in San Francisco und Umgebung „wesentlich höher, die ‚Housing-Situation‘ für viele ein essentielles Problem“, so Schmitt weiter. Langfristig wolle Room.me seinen Dienst jedoch auch in weiteren US-Städten und in europäischen „WG-Hochburgen“ wie Berlin, Hamburg, Paris oder London ausrollen.

Geld wird Room.me in den nächsten Monaten übrigens noch nicht verdienen. Die Gründer wollen erst einmal Reichweite aufbauen und die Nutzer an das Matching-Portal binden. Der Dienst ist deswegen zunächst komplett kostenlos und die Plattform werbefrei. Langfristig will das Startup über Premium-Funktionen verdienen. Zum Beispiel will Room.me seinen Nutzern anbieten, die Mietzahlungen für sie abzuwickeln. Gerade in den USA sei ein solches Feature wichtig, erläutert Schmitt. Häufig müssten mehrere Monatsmieten im Voraus in bar gezahlt werden – hohes Betrugspotenzial also, dem das Startup etwas entgegensetzen will.

Bild: Room.me; Disclaimer: Axel Springer ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier: www.vmpublishing.com.