Necara-Saas-do-Gruender

Nhan Vu, Torben Daudistel und Thorsten Winternheimer (von links) haben Necara gegründet.

Eine App bauen, ohne eine Zeile Code dafür zu schreiben – wie geht das? Mobile Anwendungen kann man sich mit Hilfe von Baukastensystemen wie denen von AppConfector, AppYourself oder TakeYourApp schon relativ einfach zusammenklicken. Der US-Anbieter Bubble spricht mit seinem Dienst explizit Startups an, sie sollen damit Web- und Mobile-Apps anlegen können – ohne Programmierkenntnisse.

Nun hat auch ein Unternehmen aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Mainz einen solchen Helfer an den Start gebracht. Das Tool der Necara GmbH heißt Saas.do. Seine Macher, allesamt Entwickler, versprechen, der Bau einer Web-Applikation sei damit so einfach wie der einer Webseite mit WordPress. Innerhalb von Wochen oder sogar Tagen soll man mit Saas.do schaffen, was normalerweise Monate dauert: eigene Customer-Relationship-Management- und Enterprise-Resource-Planning-Systeme oder To-Do-Programme basteln.

Und das geht so: Für das Datenbank-Grundgerüst arbeitet man zunächst mit dem sogenannten Entity Builder. Hier, erklärt Mitgründer Nhan Vu, werden die einzelnen Objekte definiert. Im Falle eines CRM-Systems also etwa Accounts, Leads oder Kontakte. Diesen Objekten weist man Beziehungen oder Felder zu: Ein Account besteht zum Beispiel aus Name und Adresse, er kann mit einem oder mehreren Kontakten verknüpft sein. Die Eingabe dieser Befehle erfolgt auf einer einfachen Benutzeroberfläche – das funktioniert nicht mit Code, sondern mit Klicks und Drag and Drop.

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Im Workflow-Builder werden die festgelegten Objekte anschließend logisch über Wenn-dann-Beziehungen miteinander verknüpft. Wenn man zum Beispiel eine Benachrichtigung automatisch versenden möchte, sobald das Wort GmbH im Account-Namen vorkommt, legt man fest, dass eine PDF generiert und per Mail darüber informiert werden soll.

Ihr drittes Kernmodul nennen die Necara-Macher UI-Builder. Dieser basiert auf dem Twitter-Frontend-Framework Bootstrap, das die gängigen Webdesign-Bausteine formatiert. Hier lässt sich, ebenfalls per Drag and Drop, die Nutzer-Oberfläche erstellen und mit Objekten verknüpfen.

Mitgründer Vu sagt, das Tool könnten zwar prinzipiell auch Laien nutzen, man habe versucht, technisches Vokabular und die üblichen Datenbank-Relationen herauszunehmen. Die Abläufe müssten jedoch bekannt sein, etwa die hinter einem CRM-System. Aus Saas.do allein erschließen sie sich nicht. Denn anders als bei Bubble seien die Programme, die mit dem Tool erstellt werden, nicht primär auf den Endverbraucher gemünzt.

„Erfahrungsgemäß kann man damit kein zweites Facebook mit Hardcore-Algorithmen bauen“, sagt Vu. Ziel sei mehr ein reines B2B-Angebot. Die Beta-Phase soll im Frühjahr 2016 enden, dann sieht Necara sein Produkt bei Agenturen oder IT-Beratungen, aber auch bei Startups.

Neben Nhan Vu haben Torben Daudistel und Thosten Winternheimer Necara mitgegründet. Sie wollen nicht nur Entwicklern Arbeit abnehmen: Unter dem Namen VinoHub testen die drei gerade auch eine Cloud-basierte Software für Winzer, die Kundenkarteien und Flaschenbücher digitalisiert. Der Firmensitz ist damit passend gewählt: Ingelheim, das rund 20 Kilometer westlich von Mainz liegt, bezeichnet sich selbst als Rotweinstadt.

Bild: Necara