Vor sechs Jahren machte Sabine Oster ihren Studienabschluss in Innenarchitektur an der Hochschule Rhein Main in Wiesbaden. Sie zog zunächst nach Hamburg, um dort für ein Büro ein Kreuzfahrtschiff zu gestalten. Es folgten weitere Aufträge, unter anderem für die japanische Hype-Marke Uniqlo. Vier Jahre später, 2013, machte sich Oster schließlich selbstständig – ihre Kunden sind seither hauptsächlich Startups. Die 31-Jährige hat die Berliner Büros von Wimdu, HelloFresh, Ladenzeile, Zattoo und Rheingau Founders gestaltet. Aktuell kümmert sie sich um das neue Büro von eDarling.

Wir haben Sabine Oster zum Interview getroffen – und uns die schönsten Bilder ihrer Aufträge zeigen lassen.

Sabine, die meisten Deiner Kunden sind Startups. Wie kam es dazu?

Für Startups ist es wichtig, dass der Innenarchitekt alle Projektphasen von der Planung bis zur Übergabe bedienen kann. Ich habe bei meinen früheren Arbeitgebern all diese Phasen für Kunden unterschiedlicher Größe durchgeführt. Seit 2012 bin ich in die Architektenkammer Berlin eingetragen und kann seitdem Baumaßnahmen komplett eigenständig durchführen. Für Startups ist ein cooles Arbeitsumfeld wichtig und da viele meiner Freunde und Bekannten bei Startups arbeiten, kam eines zum anderen.

Mittlerweile hast Du die Büros von Wimdu, HelloFresh, Zattoo oder Ladenzeile umgestaltet. Gerade bist Du bei eDarling im Einsatz. Wie bist Du an die Aufträge gekommen?

Bisher habe ich alle Aufträge über Empfehlungen von vorherigen Auftraggebern vermittelt bekommen.


So sehen die von Sabine Oster gestalten Startup-Büros von HelloFresh, Wimdu oder Rheingau Founders aus:

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Die Küche bei HelloFresh


Du hast Startups betreut, die sehr erfolgreich sind oder einen großen Geldgeber haben. Wie teuer ist Deine Beratung?

Alle Startups schauen aufs Geld, auch wenn ein großer Geldgeber dahinter steht. Daher ist neben dem Umbau an sich eine strenge Budgetkontrolle wichtig. Meine Vergütung hängt von den Kosten des Umbaus ab. Das ist in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) klar geregelt. Bei kleinen Projekten rechnen wir auf Stundenbasis ab.

Startups haben häufig nicht viel Zeit für Umbauten. Wie lange dauert es, bis Du ein Büro gestaltet hast?

Ich habe zwei Mitarbeiter und arbeite außerdem mit 20 bis 30 Handwerkern zusammen, die mir bei der Umgestaltung helfen. Ansonsten kommt es darauf an, was gemacht werden muss – ob beispielsweise neue Wände gezogen werden oder Stromkabel verlegt werden müssen. Ein großer Umbau kann zwölf Wochen dauern. Wenn es schnell gehen muss, sind kleine Umbauten aber auch in vier Wochen möglich.

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Ist ein schönes Büro wirklich wichtig für ein Startup? Oder eifern alle nur Facebook und Google nach?

Für Mitarbeiter wird es immer wichtiger, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen – schließlich verbringen sie teilweise zwölf bis 14 Stunden dort. Zuhause will man es ja auch nett haben. Mit der richtigen Architektur kann man beispielsweise die Akustik in den Räumen steuern und so für konzentriertes Arbeiten sorgen – oder mit großen Aufenthaltsräumen Grüppchenbildung in dem Team vermeiden. Die richtige Einrichtung kann auch für mehr Kreativität bei den Mitarbeitern sorgen.

Welche Tipps kannst Du Gründern für ihr Büro geben?

Ganz wichtig ist, dass die Marke in den Büroräumen präsent ist. Die meisten Startups haben eine Corporate Identity und die muss in dem Büro klar erkennbar sein. Außerdem finde ich den Eingangsbereich wichtig, damit der erste Eindruck stimmt und Gäste oder Bewerber nicht plötzlich am Tisch der ITler stehen. Und es sollte in jedem Startup-Büro einen großen Aufenthaltsraum geben, wo das Team gemeinsam essen oder nach Feierabend ein Bier trinken kann.

Danke für das Gespräch, Sabine.

Bild: Sabine Oster