Savedroid_Team

Savedroid-Selfie: das Team der Fintech-App mit den Gründern Marco Trautmann, Tobias Zander, Yassin Hankir (von hinten links) – und der Frankfurter Skyline.

Mit Geld kennt sich Yassin Hankir aus. Der Betriebswirt promovierte im Finanzbereich, beriet nach dem Studium Banken für McKinsey. Anschließend gründete Hankir zusammen mit zwei Kommilitonen von der Frankfurter Goethe-Universität das Geldanlage-Startup Vaamo. Logisch, dass auch über seinem neuesten Projekt die Fintech-Flagge weht.

Diesmal arbeitet Hankir an einer App, die das Sparen automatisieren soll. Savedroid packt bestimmte Beträge nach vom Nutzer festgelegten Regeln von dessen Giro- auf ein separates Sparkonto. Ein Beispiel: Der Nutzer möchte, dass Savedroid auf den nächsten Euro aufrundet, wann immer er mit seiner EC-Karte bezahlt. Der Füll-Betrag landet dann per Lastschrift auf dem Sparkonto. Wer sein Kaufverhalten disziplinieren möchte, kann festlegen, dass zehn Prozent des Einkaufswerts auf das Sparkonto gehen, wenn er etwas bei einem bestimmten Onlineshop bestellt. Auch beim Thema Sport könnte Savedroid einen Motivationsschub leisten – und etwa jedes Mal fünf Euro zur Seite legen, wenn der Nutzer laufen geht.

Weil Savedroid mit dem Girokonto verbunden ist, weiß es, wann die EC-Karte zum Einsatz kommt oder die Amazon-Bestellung aufgegeben wird. Doch wie sieht das beim Sport aus? Hankir und seine Kollegen wollen die App auch an externe Anwendungen anschließen, zum Beispiel Fitness-Apps, um so nachvollziehen zu können, wann der Nutzer Sport treibt.

Anzeige
„Die Wenn-Dann-Regeln lassen sich auf beliebigen Dimensionen definieren“, sagt Hankir. „So kannst Du theoretisch alle Regeln bauen, die dir einfallen“. Stehen diese einmal, kann sich der Nutzer zurücklehnen: Von da an arbeitet das System für ihn.

Eine App wie Savedroid benötigt auf dem Smartphone jede Menge Zugriffsrechte. Hankir sieht das entspannt: Um Vertrauen zu schaffen, strebe man eine TÜV-Zertifizierung der App an. Das separate Sparkonto werde auf den Namen des Nutzers laufend bei einer deutschen Partnerbank liegen. Welche das genau sein wird, steht nach Angaben von Hankir momentan noch nicht fest.

Zusammen mit seinen Mitgründern Marco Trautmann und Tobias Zander sowie einer Handvoll Mitarbeiter arbeitet Hankir aktuell noch an einem Prototypen der App. Die Beta soll im Sommer folgen. Geplant ist dann, über ein Affiliate-Partnernetzwerk Geld zu verdienen: Gibt man in der App einen bestimmten Wunsch als Sparziel an, etwa einen Laptop, werden dem Nutzer nach Erreichen des Ziels vergünstigte Angebote vorgeschlagen. Savedroid kassiert mit, wenn sich der Kunde für eines der vorgeschlagenen Produkte entscheidet. Die App selbst soll kostenlos bleiben.

Die Idee zu Savedroid ist, von Ähnlichkeiten zum Sparschwein von damals einmal abgesehen, im Grunde eine Symbiose zweier US-amerikanischer Dienste. Digit analysiert das Ausgabeverhalten von Konto-Besitzern. Der Algorithmus erkennt, ob eine Person gerade ein paar Dollar entbehren kann und transferiert sie auf ein externes Konto. Qaptial setzt ebenfalls auf die Definition von Wenn-Dann-Sparregeln, bietet anders als Savedroid aber auch ein vollwertiges Girokonto.

Bild: Savedroid