Die Geschäftsführer von Scalable Capital: Florian Prucker und Erik Podzuweit

Mindestens 10.000 Euro – so viel muss jeder Kunde mitbringen, wenn Florian Prucker und Erik Podzuweit für ihn Geld investieren sollen. Natürlich machen die beiden Gründer des Münchener Startups Scalable Capital das nicht selbst. Sie haben eine Technologie entwickelt, die für jeden Kunden eine passende Anlage-Strategie ausspucken und das Geld dann an die richtigen Stellen verschieben soll.

So ein Anlage-Plan könne akzeptiert oder abgelehnt werden, gezielte Wunsch-Anlagen seien allerdings nicht möglich, erklärt Mitgründer Podzuweit gegenüber Gründerszene. Etwa zehn Fragen muss ein Kunde vorher beantworten, zu Anlageziel, Finanzsituation und individueller Risikotoleranz. Investiert wird in börsengehandelte Fonds.

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Die Risikomanagement-Technologie hinter dem Portal hat das dreiköpfige Gründerteam, alle ehemalige Goldman-Sachs-Mitarbeiter, zusammen mit Professor Stefan Mittnik, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzökonometrie und Leiter des Center for Quantitative Risk Analysis an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, entwickelt.

Das Startup habe eine Lizenz zur Vermögensverwaltung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten, erzählt Podzuweit. Konto und Depot der zukünftigen Kunden werden aber bei ihrer deutschen Partnerbank Baader Bank AG gehalten. Dahinter stecke das Konzept, dass Scalable Capital das Geld der Kunden nur verwalte und es nicht bei dem Startup selbst liege. Das im Dezember 2014 gegründete Unternehmen finanziert sich über eine Verwaltungsgebühr in einer Höhe von 0,75 Prozent der durchschnittlich verwalteten Anlagesumme pro Jahr.

Bisher konnte das Münchener Startup fast vier Millionen Euro an Eigenkapital einsammeln. An den Finanzierungsrunden im Januar und April dieses Jahres waren Monk’s Hill Ventures, der Fonds von Match.com-Gründer Peng T. Ong, der Berliner Venture-Capital-Anbieter German Startups Group und MPGI, der Fonds von Epic-Companies-Gründer Mato Peric. Der Risikokapitalgeber Holtzbrinck Ventures beteiligte sich als Lead-Investor. Auch die Business-Angels Reiner Mauch, Rahul Mehta von DST Global, und Steffen Pauls, ehemaliger Managing Director von KKR, investierten.

Seit dieser Woche können sich Nutzer in eine Warteliste eintragen. Diese werde der Reihe nach abgearbeitet und User freigeschaltet, so Podzuweit. Im Herbst soll die Seite gelauncht werden. Auch an einer Version für Großbritannien arbeite das Team zurzeit, weitere Ländern sollen folgen.

Bild: Screenshot