Die Schwestern Janne und Jytte von der Heide (von links)

Wie ein Märchen beschreibt das Berliner Startups SchwesterSchwester seine Gründungsgeschichte: „Es waren einmal zwei Schwestern, die hatten eine gemeinsame Leidenschaft: Ohrringe“, so steht es auf der Homepage. Über den Onlineshop verkaufen sie Ohrringe, Kleider und Tücher – und das ziemlich erfolgreich. An der Spitze des Unternehmens steht Julian Rönsberg, der Mann von „Schwester“ Janne von der Heide.

Julian Rönsberg startete SchwesterSchwester, einen Onlineshop für Ohrringe, im Mai 2012 gemeinsam mit Janne und Jytte von der Heide. Bis heute vertritt er das Unternehmen als Geschäftsinhaber. Laut eigener Angaben soll der Online-Shop bereits drei Monate nach Gründung profitabel gewesen sein. Im ersten und zweiten Quartal 2015 wuchs der Umsatz laut Unternehmen um etwa 40 Prozent. Bis heute arbeitet das Startup ohne fremdes Geld.

Der Geschäftsinhaber sprach im Kurzinterview mit Gründerszene über das Erfolgsrezept:

Julian, Du bist Inhaber des Unternehmens. Wie sind die Schwestern genau involviert?

Janne und Jytte haben beide feste Jobs – Jytte als Unternehmensberaterin in Hamburg und Janne als Projektmanagerin in Berlin. Das soll auch so bleiben. Für SchwesterSchwester sind sie Inspirationsquelle, Produkttester und Markenbotschafter. Ich greife die Inspirationen auf, mache das Sourcing, koordiniere das operative Geschäft.

julian schwester schwester

Julian Rönsberg ist Inhaber von SchwesterSchwester. Der Online-Shop startete 2012.

Das Angebot an Modeschmuck ist groß – im Handel sowie im Internet. Alleine bei H&M ist die Auswahl riesig. Wieso funktioniert der Onlineshop trotzdem?

Gerade die schier unüberschaubare Vielfalt – online wie offline – begründet das Potenzial von SchwesterSchwester. Denn wir bieten einer ganz bestimmten Zielgruppe ein liebevoll ausgesuchtes – wenn man so will kuratiertes – Sortiment an Ohrringen für Freizeit, Business und festliche Anlässe. Unsere Kundinnen sollen, egal zu welchem Anlass und zu welchem Styling, die passenden Ohrringe finden. Und das alles wird mit Liebe zum Detail präsentiert. Es geht darum, in dem großen Online-Shopping-Allerlei des World-Wide-Web ein klares Profil zu zeigen, in dem sich bestimmte Personen wiederfinden und das sie inspiriert.

Wie gewinnt und haltet ihr Kunden?

Neben dem klassischen Online-Marketing zur Neukundengewinnung wirkt ein wichtiger Faktor: Wir werden von unseren Kundinnen – wir nennen sie „SchwesterSchwestern“ – an Familie, Freundinnen und Kolleginnen weiterempfohlen. Darüber hinaus haben wir viele Stammkundinnen, die gerne auch mal vier bis fünf Ohrringe auf einmal bestellen.

Wo kauft ihr die Modelle ein? Und wo werden diese hergestellt?

Die Kollektionen kaufe ich bei Designern vor allem in Europa ein. Gleichzeitig bauen wir auch eigene Kollektionen auf, in die wir Erfahrungen und die Wünsche unserer Kundinnen einfließen lassen. Ein Großteil der von SchwesterSchwester verkauften Produkte wird von Hand in Deutschland produziert.

Die Ohrringe sind mit 39,90 bis 129,90 Euro nicht gerade günstig. Wie kommt der Preis zustande?

Wir ordern ausschließlich bei kleinen Designern, die sich primär durch Handarbeit und hohe Qualität auszeichnen.

Gründerinnen in Deutschland – Teil drei der Serie

Im dritten Teil der Serie „Gründerinnen in Deutschland“ stellt Gründerszene 20 weitere Frauen vor, die mit ihren Ideen und Konzepten überzeugen.

Ihr habt mit Ohrringen angefangen, mittlerweile verkauft ihr auch Tücher und Kleider. Welche Produkte verkaufen sich am besten?

Ohrringe sind und bleiben das Kernsortiment von SchwesterSchwester. Unser Konzept ist es, immer wieder Begleitsortimente zu präsentieren, die mit unseren Ohrringen harmonieren. Kleider oder Tücher werden fast immer in Kombination mit den passenden Ohrringen gekauft.

Bilder: Ashley Ludaescher Photography