kreditech von weissen schafen

Ein Bild aus früheren Tagen: Der Kreditech-Gründer Sebastian Diemer

Sebastian Diemer ist nicht für leise Töne bekannt. Als er nach seinem Abgang bei Kreditech im Frühjahr neue Projekte anstieß, suchte er die Öffentlichkeit. Im Fokus stand sein Flugrechte-Startup Wirkaufendeinenflug, dort ist er Gründungsinvestor.

Seit einigen Monaten werkelt der Unternehmer nun an einem neuen Startup, das in der Szene bereits aufgefallen ist. Bislang sind erst wenige Details bekannt, offiziell will sich Sebastian Diemer bis zum Launch nicht äußern. Nur so viel teilt er per Mail mit: „Ich bin kein Freund von Pre-Launch-Säbelrasseln. Für mich zählt ein gutes Produkt, die Vorteile für den Nutzer und der Aufbau des besten Fintech-Teams in Europa.“

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Mitte Juli wurde Diemers Unternehmen mit dem Namen Blackbill Internet GmbH in Berlin gegründet. Er hat es damit auf den Factoring-Markt abgesehen. Das Prinzip beim Factoring: Das Startup kauft Forderungen von Freiberuflern oder kleinen Unternehmen. Im Geschäftsalltag bedeutet das für sie, dass die Freiberufler und Unternehmen nicht mehr lange auf ihr Geld aus Aufträgen warten müssen. Sie bekommen es direkt vom Startup – abzüglich einer Gebühr. Blackbill wiederum holt sich das Geld aus den Forderungen dann von dem Schuldner wieder. In einer Unternehmensbeschreibung von Blackbill heißt es dazu:

„Wir bieten Klienten (Freelancern und kleine Unternehmen) Invoice Factoring per datengetriebener Scoring-Technologie an, welche innerhalb von Sekunden Entscheidungen und Liquidität liefert.“

Wie schon bei Kreditech konzentriert sich Sebastian Diemer also auf das Thema Scoring. Mit unterschiedlichen personenbezogenen Daten wird dabei die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit von Privatleuten oder Unternehmen bewertet. Gerade mit dieser Technik muss sich Blackbill von anderen Factoring-Anbietern abheben, um sich erfolgreich etablieren zu können. Das Potential ist groß: Im vergangenen Jahr betrug das Geschäftsvolumen von Factoring-Anbietern auf dem deutschen Markt insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro.

Mit seinem Geschäftsmodell konnte Diemer bereits prominente Investoren überzeugen. In der Seedrunde sind etwa Point Nine Capital und der neue Berliner Risikokapitalgeber Fly Ventures eingestiegen. In einer Beschreibung des Unternehmens ist von einem Millionen-Investment die Rede. Momentan hat Blackbill auf mehreren Jobportalen zahlreiche offene Positionen ausgeschrieben.

In der Unternehmensbeschreibung gibt sich Diemers neues Startup wieder durchaus selbstbewusst: „Das ist the place to be, wenn ihr Teil eines der besten Fintech-Unternehmens werden wollt, das je gebaut wurde!“, heißt es dort.

Bild: Gründerszene