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In dieser Woche findet das Seedcamp in London statt. Ich war am Montag da und habe tagsüber die Präsentationen der meisten Firmen gesehen und später ein Paar der Teams gecoached.

Kurz zum Hintergrund: Seedcamp wurde von Saul Klein initiiert und hat es sich zum Ziel gesetzt, die europäische Start Ups in sehr frühen Phasen zu identifizieren und zu fördern. Dabei wird tatsächlich großer Wert auf Internationalität gelegt und man will eben NICHT in London hängen bleiben sondern auch die Edelsteine an der Periphereie entdecken.

Seedcamp ist im zweiten Jahr und meines Erachtens haben Saul und seine Truppe das Ziel erreicht – 23 Startups aus ganz Europa waren anwesend und ein erstaunlich großer Teil des Who-ist-who der Europäischen Start-Up Szene:
z.B. auf Investorenseite Klaus Hommels, Marc Samwer, Danny Rimer, Robin Klein, Stefan Glänzer, usw.
Auch auf Unternehmerseite waren viele erfahrene Schwergewichte als Coaches vertreten – z.B. Netlog-Team, Rebtel CEO, Glasses-Direct CEO, Last FM Founder, Lastminute Founder, Bebo Founder, Fon.com Founder, etc.

Von den Veranstaltungen rund um seed oder A Runden Start Ups also definitiv ‚the Place to be‘ in Europa – was Idea-Lab für Deutschland ist, ist das Seedcamp für Europa ;)

Hinter dem Seedcamp steht einfach Power – was sich auch in der Professionellen Organisation zeigt (z.B. das Look-Book – sehr cool) oder in der von Atlas Venture gesponsorte Cocktail Party in der @venue am ersten Abend.

Ein wenig Entwicklungspotential hat das Seedcamp aber doch noch – einige der erfahrenen Coaches und Investoren waren ein wenig enttäuscht ob der Qualität der anwesenden Start-Ups. Es gab zwar einige sehr gute, aber auch einige sehr schwache und viel mittelmäßige.

Meiner Meinung nach hängt das damit zusammen, dass es zum einen einfach verdammt wenig sehr gute Start Ups gibt. Und zum anderen, dass die Kriterien so kommuniziert waren, dass es viele gute Start Ups eher abschreckt, dort aufzutauchen – man könne coachings gewinnen und der Sieger „gewinnt“ ein Investment von EUR 50 K… hmmm, wer ein Start Up in einer frühen Phase besitzt und 16 Stunden tage schiebt und bereits eine erste kleine Seed Finanzieruzng hat, ist davon eher abgeschreckt. Aber gerade diese Start Ups hätten sehr gut in das Bild gepasst und ich denke den (zugegebenermaßen sehr hohen!) Ewartungen der Coaches entsprochen. Das zeigt sich darin, dass die Start Ups die sehr gutes Feedback bekommen haben, größten Teils schon eine erste Seed Runde hatten (z.B. Toksta, Tripwolf) oder von erfahenen Leuten gegründet wurden, die selber Geld und Kontakte mitbringen (z.B. mobiclix).

Aber alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung und eine positive Entwicklung in der europäischen Start-Up Landschaft. Nächstes Jahr bin ich zumindest wieder dabei und werde mir wieder ein bis zwei Tage nehmen :)