selbstbewusste mitarbeiter führen

Ein Beitrag von Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis (ilea) in Esslingen.

Selbstbewusste Mitarbeiter erfolgreich führen

Selbstbewusste, weil fachlich kompetente Mitarbeiter haben meist höhere Erwartungen an ihre Führungskräfte als reine „Befehlsempfänger“. Dafür lassen sich mit ihnen anspruchsvollere Ziele erreichen. 15 Tipps, worauf Führungskräfte beim Führen von selbstbewussten Mitarbeitern achten sollten.

Tipp 1: Freut Euch, dass Eure Mitarbeiter regelmäßig nach mehr Infos fragen und Entscheidungen von Euch hinterfragen. Denn dies zeigt: Sie denken mit und sind bereit, sich für das Erreichen der Ziele zu engagieren – sofern ihr Vorgesetzter oder die Rahmenbedingungen sie nicht demotivieren.

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Tipp 2: Sprecht mit Euren Mitarbeitern über die übergeordneten Ziele, die es bei der Arbeit ihres Bereichs zu erreichen gilt. Denn nur dann können Ihre Mitarbeiter einschätzen, wie sie vorgehen oder sich verhalten sollten, um ihren Beitrag zum Erreichen der Ziele zu leisten.

Tipp 3: Gebt Euren Mitarbeitern die nötigen Hintergrundinfos und gesteht ihnen die erforderlichen Entscheidungs- und Handlungsspielräume zu, die sie zu einem weitgehend selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten brauchen.

Tipp 4: Vereinbart mit Euren Mitarbeitern (Zwischen-)Ziele, die es bei ihrer Arbeit zu erreichen gilt. Lasst Ihnen aber weitgehend freie Hand bei der Entscheidung, wie sie diese Ziele erreichen und welche Wege sie hierfür wählen.

Tipp 5: Fragt Eure Mitarbeiter, was ihnen bei der (Zusammen-)Arbeit wichtig ist. Berücksichtigt ihre individuellen Interessen, soweit möglich, bei der Arbeitsplanung und -gestaltung. Denn nur dann können sich Eure Mitarbeiter dauerhaft mit ihrer Arbeit und dem Unternehmen identifizieren und steht Eure Arbeitsbeziehung auf einem soliden Fundament.

Tipp 6: Gebt Euren Mitarbeitern regelmäßig ein Feedback zu ihrer Arbeit. Bittet Eure Mitarbeiter außerdem regelmäßig um ein Feedback zu Eurem (Führungs-)Verhalten. Erwartet nicht nur von Euren Mitarbeitern, dass sie bei Bedarf ihr Verhalten ändern, sondern zeigt ihnen, dass auch Ihr lernfähig und veränderungsbereit seid.

Tipp 7: Erachtet es nicht als selbstverständlich, dass Eure Mitarbeiter sich mit ihrer Arbeit und dem Unternehmen identifizieren und sich für das Erreichen der Ziele engagieren. Sprecht ihnen auch hierfür Anerkennung aus.

Tipp 8: Eure Leistung als Führungskraft wird von Euren Vorgesetzten an der Leistung Eurer Mitarbeiter gemessen. Unterstützt Eure Mitarbeiter auch deshalb dabei, ihre Fähigkeiten voll zu entfalten und Top-Leistungen zu erbringen.

Tipp 9: Würdigt außer im Gespräch mit Euren Mitarbeitern auch im Gespräch mit deren Kollegen und Euren Vorgesetzten immer wieder den Beitrag, den Eure Mitarbeiter zum Erreichen der Ziele leisten. Tut nicht so, als hättet Ihr die (Team-)Leistung allein erbracht.

Tipp 10: Pflegt mit Euren Mitarbeitern einen wertschätzenden Umgang. Zeigt Ihnen, dass Ihr sie auch als Mensch wahrnehmt – mit eigenen Wünschen, Vorlieben und Interessen.

Tipp 11: Scheut Euch nicht, bei Bedarf Eure Mitarbeiter auch mal mit Anweisungen zu führen. Gute Mitarbeiter akzeptieren das nicht nur, sie erwarten dies sogar, wenn es nötig ist – zum Beispiel, wenn es im Betriebsalltag mal klemmt oder brennt.

Tipp 12: Begegnet Euren Mitarbeitern als Mensch. Scheut Euch nicht, wenn Ihr mal schlecht gelaunt, gestresst oder verärgert sind, dies kontrolliert zu zeigen. Eure Mitarbeiter haben hierfür nicht nur Verständnis, sie wollen sogar, dass ihr „Chef“ auch als Mensch fassbar ist.

Tipp 13: Habt jedoch die Größe, nach einem unangemessenen Verhalten auch mal ehrlich „Tut mir leid“ zu sagen. Dann verzeihen Euch Eure Mitarbeiter sogar grobe Fehler.

Tipp 14: Habt den Mut, Mitarbeiter unter vier Augen auch mal zu „kritisieren“ beziehungsweise ihnen ein negatives Feedback zu geben. Gute Mitarbeiter akzeptieren das, sofern Ihr hierfür die richtigen Worte wählt und Eure Beziehung stimmt; insbesondere, wenn auch Ihr für Kritik von ihnen offen seid.

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Tipp 15: Genießt es, dass Eure Mitarbeiter selbstbewusste Personen sind, die sehr selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten – selbst, wenn sie im Arbeitsalltag zuweilen (scheinbar) schwierig zu führen sind; unter anderem, weil sie höhere Erwartungen an Euch als Führungskraft als „reine Befehlsempfänger“ haben. Dafür entsteht in der Zusammenarbeit mit ihnen ein ganz anderer Work-flow und lassen sich mit ihnen anspruchsvollere Ziele erreichen. Außerdem entlasten solche Mitarbeiter Euch als Führungskraft. Denn Ihr müsst ihnen weder jeden Handgriff vorgeben, noch jeden ihrer Handgriffe kontrollieren. Das macht sie zu sehr wertvollen Mitarbeitern, und das sollten sie in der Zusammenarbeit auch spüren.

Bild: © panthermedia.net / ginasanders