seo no-gos



Ein Beitrag von Katrin Armbrust, Marketing & Communications Manager bei der Online-Agentur Omnea in Berlin.

1 – Über-Optimierung durch Keywords

Von einer Über-Optimierung ist die Rede, wenn ein Seitenbetreiber versucht, sein Google-Ranking mithilfe von „Keywords“ auf verschiedenen Ebenen inflationär zu beeinflussen. Dieser Fauxpas wird häufig bei Schlüsseldiensten und Taxiunternehmen beobachtet. Dabei speist der Webmaster das Keyword mehrfach in die URL, Meta-Beschreibung, Seiteninhalt und -titel der Homepage ein.

Anzeige
Diese Vorgehensart wurde lange von vielen Experten empfohlen und auch so praktiziert. Auch wenn ein Unternehmen dadurch zunächst besser in den Suchergebnissen rankt, so ist der Erfolg leider von kurzer Dauer. Denn sobald das nächste Mal der Google-Bot vorbei schaut und das „Keyword-Stuffing“ enttarnt, kann die Seitenplatzierung der Homepage auf Google mitunter dramatisch abfallen.

Damit dies umgangen wird, gibt es die Möglichkeit, Keyword-Varianten zu verwenden. Über den Google Adwords Keyword-Planer kann man beispielsweise über Eingabe des Zielkeywords oder Synonyme eine Reihe von Vorschlägen für ähnliche Keywords abrufen, welche problemlos verwenden werden können.

2 – Identische Anker-Texte

Der Anker-Text (Anchor Text) ist der sichtbare und anklickbare Text über einer Verlinkung. Diese kann auf einen anderen internen Abschnitt der gleichen Webseite oder auf externe Webseiten verweisen. Im Seitenquelltext steht hier als beschreibendes Attribut ein organischer Suchbegriff, welcher sich an verschiedenen Stellen mehrfach wiederholt. Suchmaschinen wie Google achten dabei auf die Häufigkeit, deren Verwendung sowie auf mögliche Auswirkungen auf die Suche. Der Anker-Text ist eines der stärksten Keyword-Signale dieser Links.

Ankertext im Quellcode einer Webseite:

  • <a href=”http://www.gruenderszene.de”>Gründerszene</a>

Ankertext auf einer Webseite:

  • Gründerszene ist ein Onlinemagazin für die Startup-Szene und die digitale Wirtschaft in Deutschland.

Der Text ist ein entscheidender Faktor für das Google-Ranking der Seite. Dank des von Google 2014 eingeführten Pigeon Update straft Google Webmaster und Seitenbetreiber ab, sollten diese versucht haben, durch Anker-Texte die Suchergebnisse zu beeinflussen. Diese Problematik tritt häufig bei eigens erstellten Links auf, aber auch bei anderen Formen des Inbound-Marketings. Man sollte daher immer versuchen, den Anker-Text zu variieren.

3 – Seiteninhalt ohne Mehrwert

Derweil setzen mehr und mehr Seitenbetreiber lieber auf ein starkes SEO als auf den eigentlichen Seiteninhalt und dessen Mehrwert für den Besucher. Die Folge ist eine kurze Verweildauer des Besuchers auf einer Seite. Es ist wichtig, gleich auf der Startseite den Besucher so zu „packen“, dass dieser Lust hat, sich länger hier aufzuhalten.

Google hat diese Misere erkannt und achtet mit erhöhtem Schwerpunkt auf die Verweildauer der Seitenbesucher. Klickt ein User auf ein Suchergebnis und wechselt nach einem vielleicht nur zweisekündigen Seitenbesuch wieder zurück auf die Anzeige der Suchmaschine, wird dies registriert und an Google weitergegeben. Dadurch wird das Nutzerverhalten zu einem zentralen Faktor für das Suchmaschinenresultat.

4 – Falscher und übermäßiger Gebrauch von AJAX, Splash und Flash

Bei den beliebten Webseitenformaten Splash, Ajax und Flash handelt es sich um visuelle und teilweise interaktive Bildelemente und Seitenformate, welche von Google nicht gelesen werden können und demnach auch nicht auf das Ranking der Suchmaschinen Einfluss nehmen.

Der Splash-Screen wird gern als Startseite einer Homepage genommen und zeigt eine Seiten ausfüllende Grafik an. Oftmals erscheint diese Seite beim Laden der Domain. Die Flash-Animation ist ein grafisches Seitenelement, welches mit Informationen gespickt ist.

Anzeige
Da gerade die Startseite der Homepage die größte Relevanz für das Google-Ranking hat, könnten hierdurch wertvolle Besucher verloren gehen. Auch wenn man die eigene Seite als für den Besucher attraktiv empfindet, so sollte man immer bedenken, dass der Suchmaschinen-Bot nur rein textbasiert arbeiten kann.

Diese beiden Besonderheiten werden mit nur einem einzelnen Link in die Webseite eingebettet. Erstellst man diesen Link nicht textbasiert, also demnach in die Flash-Animation eingebettet, so wird die Seite für die Suchmaschinen unsichtbar. Sie kann von Google und Co. dann nicht ausgelesen werden. Sogar dann nicht, wenn sie in der Suchanzeige detailliert die Unternehmung beschreibt. Die Homepage kann de facto gar nicht mehr über die Suchmaschinen gefunden werden.

Noch etwas konkreter bedeutet das, dass es Googles Bot nicht möglich ist, den Binärcode zu crawlen. Bei dem sonst üblichen Crawlvorgang muss also ein Filter hinzugefügt werden, welcher die gecrawlte Datei in einen normalen Text bzw. ein für Google verständliches Format umwandelt. Dies ist inzwischen mit einem von Adobe zur Verfügung gestellten Prognosen-Tool namens „swf2html“ möglich, welches die Umwandlung von Binär- in Textdaten vornimmt.

AJAX ist eine schöne und attraktive Web-Anwendungsmöglichkeit, jedoch sollte diese sparsam und in Absprache mit einem SEO-Experten eingesetzt werden. Die Inhalte einer Seite werden durch AJAX dynamisch geladen und können inzwischen ebenfalls von Suchmaschinen, allen voran Google, aber auch Yahoo und Bing indexiert werden.

5 – Schlechte URL-Strukturen

Eine einfache und ansprechende URL dient sowohl dem Nutzer als auch Suchmaschinen. Eine gute URL sollte einprägsam sein, ein Keyword enthalten und nicht aus einer abstrusen Reihenfolge von Buchstaben und Zahlen bestehen.

Beispiel für eine gute URL-Form: www.unternehmen.de/seiten-titel

Beispiel für eine  schlechte URL-Form: www.unternehmen.de/?438+jiksf81

Bitte wenden – hier geht’s zu den Punkten 6 bis 10.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Johnny Jet

Seite 1 von 2