Shnups_Team

Die Shnups-Gründer Ralf Gilde (links), Alexander Swetlow und Jan König vor dem Karlsruher Schloss

Alles nur geklaut? Die Seite von Ralf Gilde, Alexander Swetlow und Jan König lebt von den Inhalten anderer Medien. Doch Shnups kann mehr. Die Idee dahinter hat ganz praktischen Wert: Eine Community sammelt die besten und interessantesten Tweets, Posts, Fotos oder Videos zu einem Hashtag, erklärt ihn kurz und erstellt anschließend eine Themenseite, auf der das Material gebündelt angezeigt wird.

Finden kann man auf dem Meta-Netzwerk die gesammelten Inhalte zu Hashtags wie #NetzFragtMerkel oder #HelmutSchmidt. Insbesondere Journalisten könnten sich hier einen Überblick verschaffen, bevor sie Twitter-, Instagram- oder YouTube-Content in ihre Artikel einbinden.
Alle Beiträge lassen sich bewerten. Die Posts mit den besten Bewertungen werden in der Sammlung als erstes angezeigt.

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Shnups sitzt in Berlin, seit das Startup in die Medien-Sparte des Inkubator-Projekts von WestTech, Flying Elephant, aufgenommen wurde. Die insgesamt acht teilnehmenden Teams erhalten gegen eine Minderheitsbeteiligung Investments in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Außerdem gibt es Büroplätze, Mentoring und Workshops. Auch Shnups strich hier seine erste Finanzierung ein.

Die Beta von Shnups startete Ende Oktober. Bis Anfang 2016, zum Ende des Inkubator-Programms, wollen die Gründer sie schon wieder verlassen haben.

Für Swetlow, Gilde und König ist der digitale Anker, den Shnups mit seinen Themenseiten wirft, wichtig. Sie finden: Viele Inhalte gehen unter, weil sie auf verschiedenen Plattformen verteilt liegen. Ihr Netzwerk soll das ändern. Hier, meinen sie, könnten Nutzer zeigen, dass sie sich mit einem Thema beschäftigt haben. Unternehmen sollen in Zukunft dafür zahlen, dass ihre Botschaften, die sie zuvor in den sozialen Netzwerken platziert haben, auf Shnups gesammelt angezeigt werden.

Auf seine Community-Kuratoren will das Startup indes nicht verzichten. Zwar gibt es auch automatisierte Lösungen, auf denen Hashtag-Inhalte ohne Zutun der Nutzer gesammelt werden, doch Mitgründer Jan König hält davon nicht viel. Wer sich einmal durch den Twitter-Feed eines Hashtags durchgearbeitet habe, der wisse, dass da viel „Trash“ dabei sei. Die Antwort darauf sei der soziale Filter.

Aber: Gerade bei topaktuellen Hashtags wolle man aktuelle Entwicklungen mitverfolgen, sagt König. Zusätzlich zum Community-Feed soll bei Shnups daher in absehbarer Zeit auch ein Live-Feed eingebunden werden, in dem die Beiträge zum jeweiligen Hashtag automatisch erscheinen.

Bild: Shnups