rocket internet klonen

Mit seinen Copycats bleibt Rocket Internet (www.rocket-internet.de) der Startup-Talk-of-Town: Wöchentlich will der Inkubator der Samwer-Brüder durchschnittlich ein neues Startup anschieben, alleine in diesem Jahr brachte die Berliner Startup-Schmiede bereits Klone in Kette hervor: Mizado ist ein südostasiatisches Amazon, Payleven kopiert den US-Bezahldienst Square und mit Cardagram springt Rocket auf den Instagram-Zug auf. Damit den Samwers nicht die Ideen ausgehen, greift Gründerszene dem Inkubator gerne unter die Arme und stellt sieben Ideen vor, die das Zeug zum nächsten Gassenhauer der Silicon Allee haben.

Rocket Internet bleibt dem Klonen treu

Während in Blogs, Bars und Badehäusern nach deutscher Art fleißig über das Für und Wieder von Copycats diskutiert wird, macht Rocket Internet alles richtig und gründet unbeirrt weiter. Auf dem historischen Inkubatoren-Panel der Heureka-Conference bezog Alexander Kudlich, seines Zeichens Geschäftsführer des größten europäischen Inkubators, Stellung zu den Kopiervorwürfen rund um geistiges Eigentum und Unternehmerehre: Rocket Internet gründete in 2012 bisher durchschnittlich jede Woche ein neues Startup. Seit seiner Gründung 2007 hat der Berliner Inkubator der Samwer-Brüder weltweit mehr als 15.000 Arbeitsplätze geschaffen – das sind in etwa so viele, wie McKinsey-Berater um den Globus jetten.

Damit Rocket Internet die Entwicklung der deutschen Web-Szene weiterhin vorantreiben kann, benötigt das Team von Gründer-Guru Oliver Samwer vor allem eins: Frische Geschäftsmodelle mit enormen Wachstumschancen. Für den Fall, dass beim globalen Aufbau des Samwer-Imperiums in Südostasien, dem Nahen Osten oder auch in Südamerika, eben diese Ideen ausgehen, hat Gründerszene sich umgesehen und liefert sieben Startups, an denen sich Rocket Internet versuchen könnte.

#1 Buyosphere | Branche: Shopping | Gründung: 2010

buyosphereWeb-Berühmtheit Tara Hunt gründete das Shopping-Startup schon 2010, doch erst seit dem Relaunch Anfang 2012 scheint das Modell an Fahrt aufzunehmen: Selbstbewusst bezeichnet sich das Startup als “Quora for shopping” und möchte Nutzer anleiten sich per Q&A-Forum gegenseitig beim Onlineshopping zu helfen. Kann ein Buyosphere-Klon Rockets Pinspire (www.pinspire.de) ersetzen?

#2 Shoedating| Branche: Dating | Gründung: In Gründung

shoedatingZalando trifft eDarling (www.edarling.de) im Zerrspiegel: Mit Shoedating will der malaysische Schuhhändler Shoes Shoes Shoes eine der wohl absurdesten Datinglösungen auf den Markt bringen: Shoedating bietet weiblichen Kunden im Austausch mit einem Blinddate einen Discount auf ihren Einkauf an. Männer haben die Möglichkeit eine Liste von ansprechenden Schuhen auszuwählen und den jeweiligen Discount zu bestimmen, den sie für ein Date übernehmen würden. Beim Einkauf wird den Damen dann einer dieser Männer zugeteilt und nach erfolgreich absolviertem Date die versprochenen Prozente gutgeschrieben. Genial oder gemeingefährlich?

#3 Pawngo | Branche: Kredite | Gründung: 2011

pawngoDas Onlinepfandhaus Pawngo könnte nicht nur für Rocket Internet, sondern auch für die Kredito-Gründer Sebastian Diemer und Alexander Graubner-Müller reizvoll sein: Klamme Nutzer können Wertgegenstände einschicken und erhalten dafür im Gegenzug einen schnellen aber unvorteilhaften Kredit. Können sie diesen nicht begleichen wird der Gegenstand zu Pawngos Gunsten veräußert – unterstützt wird das Startup von den Groupon-Gründern Eric Lefkofsky und Brad Keywell.

#4 Skillshare | Branche: Bildung | Gründung: 2010

skillshareDer Onlinemarktplatz für Offline-Unterrichtsstunden, Skillshare, schlägt in eine ähnliche Kerbe wie das Berliner Hipster-Startup Gidsy (www.gidsy.com). Privatpersonen können auf der Website ihre Fähigkeiten, wie Backen, Rappen oder Programmieren anbieten – interessierte Nutzer können Angebote in ihrer Nähe buchen und in der “Real-World” wahrnehmen. Wie Rockets Airbnb-Klon Wimdu (www.wimdu.com) könnten die Berliner Exekution-Profis das Angebot mit großem Personalaufwand aufblasen, um den US-Konkurrenten auszustechen.

#5 MilkPlease | Branche: Logistik | Gründung: 2012

milkpleaseDer Hunger treibts an: Mit MilkPlease nimmt sich ein italienisches Team dem spannenden Markt des spontanen Heißhungers an. Ähnlich wie beim Hanse-Ventures-Rohrkrepierer Gigalocal (www.gigalocal.de) können Nutzer einzelne Supermarktwünsche an MilkPlease senden, welches die Anfrage wiederum an einkaufende Nutzer weiterleitet. Der Erfolg des Nischenmarktplatzes für Dienstleistungen scheint angesichts der Gigalocal-Niederlage ungewiss,  könnte allerdings ein weiteres Puzzlestück beim Erschließen des gigantischen Online-Lebensmittelmarktes darstellen.

#6 Nosweaters | Branche: Social Commerce | Gründung: 2012

nosweaterSocial Commerce: Mit Nosweaters sollen Geschenkideen per Crowdsourcing ermittelt werden. Der verzweifelte Schenker gibt Daten wie Alter, Geschlecht, Interessen oder Beziehungsstatus des Empfängers an und erhält von der Crowd Vorschläge, die wiederum durch ein Ratingsystem inzentiviert werden. Hat der Nutzer wenig Lust auf eine längere Diskussion, kann er sich mit seinem Gesuch auch in der Datenbank bisheriger Anfragen bedienen.

#7 Blueseed| Branche: Incubators | Gründung: voraussichtlich 2014

blueseedEin Projekt in Samwer-Dimensionen: Mit Blueseed soll die erste schwimmende Startup-Community in den Gewässern der Bay Area, vor den Toren des Silicon Valley, entstehen. Ziemlich genau zwölf Seemeilen vor der kalifornischen Küste, außerhalb der US-Hoheitsgewässer, will die schwimmende Insel die weltweit besten Startup-Talente ohne US-amerikanische Arbeitserlaubnis bündeln. Diese sollen an Bod nicht nur ein Inkubatortensetup, sondern auch Unterkünfte, Unterhaltung und medizinische Versorgung erhalten. Der Preis für Arbeits- und Schlafplatz soll pro Person monatlich zwischen 1200 und 3000 US-Dollar liegen.

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Mitarbeit: Nora-Vanessa Wohlert
Bildmaterial: Wikimedia Commons
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