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Silicon Valley hat Ökosystem

Silicon Allee trifft Silicon Valley: Auf den Straßen von San Francisco tummeln sich derzeit einige Gesichter aus der europäischen Startupszene mehr. Es sind die Tage des dritten Valley Camps im Startupmekka im Herzen der Bay Area. Gründerszenes Redaktionsleiterin Nora Wohlert begleitet das Valley Camp und hat mit Co-Initiator Kolja Hebenstreit von Team Europe (www.teameurope.net, auch an Gründerszene beteiligt) über die Brücke zwischen San Francisco, Berlin und Europa gesprochen.

Das Silicon Valley ist ein Ort, an dem vieles zusammenkommt: Ideen, Talente, Kalifornien und Geld. In Deutschland vergleicht sich die Startupszene gerne mit dem Valley. Das Resultat ist meist eindeutig: In Deutschland gebe es zu wenig Geld, zu wenig Innovationen, zu wenig Exitmöglichkeiten. Bei allen Fortschritten Berlins auf dem alten Kontinent – der Nabel der Technologiewelt ist immer noch unumstritten das Silicon Valley – das merkt man recht schnell, wenn man einmal vor Ort ist.

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Hier lieben Gründer Technologie, hier gehören Hacker zum Inventar, hier pitchen VCs um Startups, hier gibt es eine lange Traditon, einen großen Markt, ein gewachsenes Ökosystem. Nichtsdestotrotz spricht man im Valley auch über Europa – meistens über Berlin.

Brücke ins Silicon Valley bauen

Kein Wunder, dass sich europäische Gründer wünschen, eine Brücke zu bauen. So hatten Lukasz Gadowski, Kolja Hebenstreit und Markus Fuhrmann 2011 die Idee zum Valley Camp – von neun Besuchern ist die Teilnehmerzahl mittlerweile auf 33 angewachsen – immerhin – in den nächsten Jahren sollen Hunderte Entrepreneure, VCs und Startup-Persönlichkeiten aus ganz Europa zeitgleich ins Valley reisen.

Die Teilnehmer sind bereits dieses Jahr ein Mix. Auf den Straßen San Franciscos sieht man nicht nur Lukasz, Kolja oder Markus, sondern unter anderem Amiando-Gründer Felix Haas, Daniel Kempf von der Mediengruppe Pressedruck (www.mediengruppe-pd.de), Thomas Bachem von Fliplife (fliplife.com), Miki Devic von HTTPool (www.httpool.com), Dario Suter von DCM (www.dcmworld.com), Mariusz Gralewski von Goldenline (www.goldenline.pl), Jeroen Seghers von Zugo (www.zugo.com), Hubertus Bessau und Max Wittrock von Mymuesli (www.mymuesli.com), Marcin Kurek von Pomocni (www.pomocni.com) oder Rasmus Michau von BonjourBonjour (www.bonjourbonjour.net).

„Das Valley ist Europa zehn Jahre voraus“

Valley Camp – wieso, weshalb, warum – dadrüber sprach ich mit Co-Initiator Kolja Hebenstreit.

Kolja, wie entstand die Idee zum Valley Camp?

Lukasz, Markus und ich sind regelmäßig im Valley – meist waren wir jedoch allein. Jedes Mal können wir hier für Europa begeistern. Das wollten wir maximieren, so entstand die Idee zum Valley Camp. Anfang 2011 waren wir neun Leute, Ende 2011 zwölf, jetzt sind es 33. In Zukunft können es Hunderte sein.

Was ist das Ziel des Valley Camps?

Wir wollen das Valley und Europa stärker zusammenbringen. Die USA sind ein extrem interessanter Markt. Das Valley entdeckt Europa. Deshalb wollen wir zweimal im Jahr eine Zeit festlegen, zu der Europäer im Valley präsent sind. Wir organisieren einige Events – Breakfast Club, CEO Dinner, Parties. Jeder hat noch eigene Termine und Treffen. Im Herbst ist das nächste Valley Camp, wenn mehr Europäer mitkommen, freuen wir uns.

Das Valley und die europäische Startupszene – was sind die fünf größten Unterschiede?

  1. Das Valley ist Europa zehn Jahre voraus, wenn es um das Ökosystem geht.
  2. In den USA begeistert Tech, das Business wird drum gebaut. In Europa ist Business das Ziel und Tech wird oft als das notwendige Übel gesehen.
  3. Im Valley ist viel Wissen und man teilt es. In Europa will man möglichst viel Wissen geheim gehalten.
  4. In den USA heißt Internationalisierung: Wir bauen ein geiles Produkt und die Kunden werden es schon international nutzen. In Europa wird die Internationalisierung gezielt vorangetrieben.
  5. Amerikanische Gründer schießen ihr Geld zurück ins Ecosystem. Erfolgreiche europäische Gründer horten das Geld in anderen Anlageklassen.

Wachsen das Valley und Europa enger zusammen?

Langsam. Mehr Europäer kommen in die Bay Area. Danny Rimer – der erfolgreichste europäische VC – ist jetzt neun Monate im Jahr in San Francisco und baut hier das Index-Office auf. Europäische Firmen entdecken den US-Markt: SoundCloud hat die USA als wichtigsten Markt auf der Agenda. Auch aus unserem Portfolio haben zum Beispiel Spreadshirt (www.spreadshirt.net) und SponsorPay (www.sponsorpay.com) einen starken US-Anteil am Gesamtumsatz (25 bis 45 Prozent).

Gleichzeitig entdecken amerikanische VCs Europa: Investments bei SoundCloud (soundcloud.com), Klarna, ResearchGate oder Wooga (www.wooga.com) sind gute Beispiele. Noch bringt „Brasil“ mehr Investorenaugen zum Leuchten als „good old Europe“. Da arbeiten wir dran.

Wie können Startups am ValleyCamp teilnehmen?

Entweder in unseren Team Europe Newsletter eintragen oder unsere neu eingerichtete Valley-Camp-Facebook-Seite liken.

Valley Diaries

Gründerszene-Redaktionsleiterin Nora Wohlert trifft Path, Index Ventures (www.indexventures.com), Twitter & Co. Weitere Berichterstattung aus dem Tal der Ideen folgt.

Bilder: Anke Vera Zink