Steffen Hoellinger erklärt die Grundlagen der VC-Wirtschaft

Berlin. Unzählige Gründer, Gründungsinteressierte, Business Angel und vor allem Ideen tummeln sich in der Hauptstadt. Von kleinen StartUps ohne eigene Büroräume, bis zu profitablen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern haben doch alle eines gemeinsam: Am Anfang stand eine Idee und jemand der bereit ist alles zu geben, um sie umzusetzen.

Grund genug für uns, den Entrepreneurs Club der Zeppelin University aus Friedrichshafen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und ein paar interessante StartUps genauer ins Visier zu nehmen. Los gehen sollte es am Donnerstag, den 23. Juli um 12.00 Uhr im Konferenzraum von imedo.de, wo uns Steffen Höllinger von Team Europe Ventures* herzlich begrüßte, bevor das gespräch mit Lukasz Gadowski begann. Das Fazit dieses Gesprächs war klar: „Man muss kleine Schritte machen, um das Laufen zu erlernen“ und da man positive Zufälle nicht beeinflussen kann, sollte man sich stets in Situationen begeben, die diese wahrscheinlich machen. Im Anschluss hatten wir noch ein sehr gutes Gespräch mit Gründerszene-Chefredakteur Joel Kaczmarek, dem wir einige ungeklärte Fragen stellen und uns über momentane Trends der StartUp-Szene unterhalten konnten.

Nach einem umstrittenen Mittagessen ging es dann zu BEKO Käuferportal, wo wir uns mit Robin Behlau, einem der beiden Gründer verabredet hatten. Seine Ankündigung am Telefon, er würde ein „Feuerwerk für uns abfeuern“ erschien uns in keiner Weise übertrieben. Robin nahm sich geschlagene zweieinhalb Stunden Zeit, in denen er uns das Unternehmen vorstellte, seine persönlichen acht Gründererfahrungen mit uns teilte und ausgiebig über unsere Fragen diskutierte. Ein herzliches Dankeschön auch für die köstliche Bewirtung.

Der folgende Tag begann mit einem Termin bei Mister Spex, wo uns Dirk Graber empfing und uns das Modell eines Online-Optikers vorstellte. Das ganze Unternehmen machte einen sehr professionellen Eindruck und besonders die einzelnen Prozesse vom Einkauf bis zum Versand an den Endkunden erweckten großes Interesse bei den Beteiligten, die hier auch Tipps für die Umsetzung in ihren eigenen Unternehmen einholen konnten.

Mit viel Lob und einem 20 Prozent-Gutschein verließen wir die Backfabrik und machten uns auf den Weg zu Spendino, wo wir nie ankommen sollten. Das Problem bestand in der Tatsache, dass es in Berlin Straßen in unterschiedlichen Stadtteilen gibt, die denselben Namen tragen. Wie anzunehmen ist, haben wir dies nicht gewusst und befanden uns auf dem Weg zur falschen Liebenwalder Straße 11. Noch einmal ein dickes Sorry an Sascha Schubert, der so verständnisvoll war und uns diesen kurzfristigen Ausfall nicht übel nahm. Als dann auch noch der Regen einsetzte und einer der Gruppenteilnehmer sein Handy verlor, war die Stimmung etwas gedämpft.

Dieser Moment der Ernüchterung hielt jedoch nicht lange an, denn als nächstes stand Brands4friends auf dem Terminkalender und wir staunten nicht schlecht als wir den Firmensitz des Shopping-Clubs erreichten. Empfangen durch Nicolas Speeck, spazierten wir durch die einzelnen Abteilungen und Bereiche des Unternehmens und waren begeistert. Nicht nur von der Größe, sondern besonders von der Optimierung der einzelnen Prozesse. Auch wenn man hier nicht diese typische StartUp-Aura spührte, war es doch sehr eindrucksvoll was man mit der nötigen Finanzierung und dem richtigen Team auf die Beine stellen konnte. Nicolas nahm sich für all unsere Fragen ausgiebig Zeit und erzählte offen und informativ über Brands4friends.

Sehr gespannt waren wir auf den letzten Termin unserer StartUp-Tour und so ging es zuguterletzt zum Inkubator des Europen Founders Fund (EFF), die Rocket Internet GmbH, wo uns Benedikt Franke empfing. Nachdem wir uns kurz die einzelnen Abteilungen angesehen hatten, zogen wir uns zu einem Gespräch zurück, in dem Benedikt uns zu Beginn den EFF und Rocket Internet vorstellte. Anschließend beschrieb er, wie sich Rocket Internet den idealen Gründer vorstellt und erklärte die Vor- und Nachteile verschiedener VCs, Inkubatoren und Konglomerate. Auch Benedikt bestätigte uns noch einmal den Eindruck, den wir die letzten zwei Tage vielerorts machten: Es kommt weniger auf die Idee, als auf das Team hinter der Idee an.

An dieser Stelle möchten, wir der Entrepreneurs Club der Zeppelin University, uns noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die uns so offen Frage und Antwort standen und sich die Zeit genommen haben mit uns über ein Thema zu sprechen, dass den meisten Lesern am Herzen liegen dürfte. Gründung!

Über den Entrepreneurs Club der Zeppelin Universität:

Der Entrepreneurs Club (EC) wurde Anfang des Jahres 2009 als studentische Initiative an der ZU gegründet. Er stellt ein Forum für alle aktiven Unternehmer und konkret Gründungsinteressierten an der ZU dar. Wir veranstalten Vorträge mit erfolgreichen Gründern, Seminare zu Finanzierungsfragen und tauschen uns regelmäßig aus. Zudem bieten wir angehenden Gründern die Möglichkeit, deren Geschäftskonzept kritisch zu analysieren und sie bei der Umsetzung aktiv zu unterstützen.

Teilgenommen an der Berliner StartUp-Tour haben in diesem Jahr:  Benjamin Libor (Konkret gründungsinteressiert und bringt sich verstärkt schon jetzt in den EC ein), Till Kratochwill (hat mit der didruma Gmbh für Printerzeugnisse bereits gegründet und ist derzeit auf Suche nach Finanzierungen für die nächste Projektstufe), Felix Ermer (hat ebenfalls bereits gegründet: Die dhe intermedia – Medien/Web und ist Stellvertreter im EC) und Vincent Osterloh (gründete vor einigen Jahren die PC-Hilfe Esslingen, einen IT- und Web-Dienstleisterund ist derzeit Leiter des EC).

*ANMERKUNG DER REDAKTION: Team Europe Ventures ist Investor in Gründerszene und darüber hinaus an den erwähnten Unternehmen BEKO Käuferportal, Mister Spex und Brands4friends beteiligt.