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Spätestens als der deutsche Autofahrer 1995 Shell Tankstellen boykottierte, weil der Weltkonzern seinen Öltank „Brent Spar“ in der Nordsee entsorgen wollte, wurde vielen Unternehmen klar, dass sie als Teil unserer Gesellschaft eine gewisse Verantwortung für ihre Aktivitäten übernehmen müssen, um von ihr akzeptiert zu werden. Viele Unternehmen denken seither, es reiche einen Teil ihres Gewinnes in soziale Projekte zu stecken oder Teil einer Umweltkampagne zu werden, um als ein „Verantwortliches Unternehmen“ gelten zu können. Sie nennen es „CSR“ – Corporate Social Responsibility – stellen Kommunikationsexperten als CSR-Manager ein und statten sie mit einem ordentlichen Budget für Kampagnen, Berichte und – ach ja – Projekte aus. Doch was gehört eigentlich zu einem richtigen Social-Business? In ihrer neuen Social-Business-Kolumne zeigen Kolja Stegemann und Florian Spathalf Alternativen zu Standard-CSR-Projekten auf. Eine Einleitung.

Sind CSR-Projekte überhaupt nachhaltig?

Es ist berechtigt sich zu fragen, ob CSR-Projekte wirklich nachhaltig sind oder vielmehr eine teure, ineffiziente und vor allem volkswirtschaftlich schädliche Effekthascherei darstellen. Viel effizienter wäre es doch, wenn das Unternehmen sich nicht verantwortlich zeigen muss um sein Produkt verkaufen zu können, sondern aus Verantwortung für eine Sache erst handelt?

Die Beliebtheit von Unternehmen, wie der tierversuchsfreien Kosmetikkette Body Shop, dem Ökostromanbieter LichtBlick oder dem Kaffee-Startup CoffeeCircle zeigt, dass die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung wesentlicher Erfolgsfaktor sein kann.

Immer mehr Unternehmer wollen positive Entwicklungen anstoßen

Geht es nach Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, so handelt ein Social-Business zwar wie jedes andere Unternehmen auch, allerdings ist sein Unternehmenszweck die Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit betriebswirtschaftlicher Effizienz. Nicht jedes Unternehmen kann oder will nach diesen Standards arbeiten, und das ist auch nicht notwendig, es gibt einige alternative Wirtschaftstheorien und erfolgreiche Konzepte, die ebenfalls die ökosozialen Werte in den Fokus stellen.

Wichtig ist allein, dass es eine neue Generation von Unternehmern gibt, die sich bewusst sind, dass sie mit ihrem Produkt etwas in unserer Gesellschaft bewirken. Zum Guten oder zum Schlechten. So wie sich Neo für die rote Pille entscheidet, entscheiden sich diese Unternehmer dafür, eine positive Entwicklung anzustoßen, einen ineffizienten Prozess zu verbessern oder sogar ein gesellschaftliches oder ökologisches Problem zu lösen.

Dürfen Unternehmen auf sozialen und ökologischen Mehrwert verzichten?

Denn eigentlich sollte es sich kein Unternehmen leisten können, auf sozialen und ökologischen Mehrwert zu verzichten, wenn es an längerfristigen guten Beziehungen zu seinen Kunden, seinen Partnern und der Öffentlichkeit interessiert ist. Im nächsten Beitrag geht es um „Fünf Gründe, warum es sich kein Unternehmen leisten kann, auf sozialen und ökologischen Mehrwert zu verzichten“. Die Autoren freuen sich über Hinweise von den Lesern zu erfolgreichen Social-Business-Strategien.

Bild: gracey / Mourgue File