Albträume? Vielleicht mal weniger Facebook checken.

Soziale Netzwerke führen zu Schlafstörungen. Besser gesagt, der häufige Gebrauch von sozialen Netzwerken führt zu Schlafstörungen. Jedenfalls haben Forscher an der Universität von Pittsburgh diesen Zusammenhang nun wissenschaftlich hergestellt.

Knapp 2.000 Probanden im Altern von 19 bis 32 Jahren wurden gefragt, wie häufig und wie lange sie die Plattformen Facebook, YouTube, Twitter, Google Plus, Instagram, Snapchat, Reddit, Tumblr, Pinterest, Vine und LinkedIn täglich nutzten. Bei ungefähr einem Drittel von ihnen konnten die Forscher Schlafstörungen messen. Davon waren diejenigen am meisten betroffen, die am häufigsten auf diese Kanäle zugriffen. Die Nutzungsdauer wurde dabei nur als zweitwichtigster Faktor eingestuft.

„Das impliziert, dass das häufige Checken der Kanäle ein besserer Indikator für Schlafstörungen ist als die durchschnittliche Dauer, die man dort verbringt“, interpretiert Dr. Jessica C. Levenson, Co-Autorin, die Ergebnisse. Deshalb sollten Ärzte und Psychologen das Online-Verhalten ihrer Patienten genau berücksichtigen, wenn diese unter Schlafstörungen leiden.

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Die Wissenschaftler betonen auch, dass es weitere Zusammenhänge zwischen schlechtem Schlaf und Social Media gäbe. Die Inhalten könnten emotional aufregen und den gesunden Schlaf beeinträchtigen. Genauso steht das blaue Licht der Displays im Verdacht, den Biorhythmus durcheinander zu bringen. Apple hat darauf reagiert und bietet seit gut zwei Wochen eine Night Shift-Funktion in iOS 9.3 an, die den Blaulichtanteil des Displays verringert und so eine positive Auswirkung auf den Schlafrhythmus haben soll.

Andersherum, könnte schlechter Schlaf dazu verleiten, die Seiten auch nachts öfter aufzurufen. So käme es zu einem selbstverstärkenden Prozess, der zu noch schlechterem Schlafen führe. Dieser Teufelskreis sei bei sozialen Medien besonders gefährlich, da sie durch ihre interaktive Nutzung stärker stimulierten als beispielsweise Fernsehen und vom Schlafen abhielten.

Die Zusammenfassung der Studie stellte die Forscher-Gruppe bereits online. Der vollständige Bericht soll im April in der Fachzeitschrift Preventive Medicine erscheinen.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Adriano Agulló