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Die Sociomantic-Gründer in der Firmenküche: Thomas Nicolai, Lars Kirchhoff und Thomas Brandhoff (von links)

Dunnhumby übernimmt Sociomantic

Mitte März wurde zum ersten Mal über einen möglichen, bis zu 200 Millionen US-Dollar schweren Exit des Berliner Adtech-Startups Sociomantic berichtet. Nun ist der Verkauf an den britischen Big-Data-Spezialisten Dunnhumby beschlossene Sache: Wie beide Unternehmen mitteilten, übernimmt die Tochterfirma der britischen Supermarktkette Tesco das 2009 gegründete Berliner Startup.

Details der Übernahme wurden nicht bekannt gegeben. Laut TechCrunch soll der Preis für Sociomantic „wenige hundert Millionen Dollar“ betragen. Das bisherige Kerngeschäft der Berliner soll nach Aussage von Dunnhumby-CEO Simon Hay weiterbetrieben werden, Schließungen seien nicht geplant.

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Dunnhumby beschäftigt fast 2.500 Mitarbeiter, nach eigenen Angaben analysiert das Unternehmen die Daten von über 400 Millionen Kunden auf der ganzen Welt. Auch die Technologie von Sociomantic ist auf den Umgang mit großen Datenmengen spezialisiert: Die Daten von mehr als 700 Millionen Online-Kunden werden dort verarbeitet. Das Berliner Startup, erst 2009 gegründet, ist in der kurzen Zeit zu einer der führenden Demand-Side-Plattformen im Real-Time-Bidding geworden.

Gemeinsam mit Dunnhumby könne man „Marken helfen, die Relevanz ihrer Messages zu verbessern um noch persönlichere Interaktionen mit ihren Kunden online und auf Mobilgeräten zu kreieren“, so Sociomantic-Mitgründer Thomas Brandhoff in einer offiziellen Mitteilung.

Von den drei Gründern Thomas Nicolai, Lars Kirchhoff und Thomas Brandhoff wuchs das Unternehmen auf heute über 200 Mitarbeiter in weltweit 16 Büros. Die Gründer gaben die Führung des Unternehmens 2012 an den Ex-Google-Manager Jason Kelly ab. In den zwölf Monaten bis August 2013 setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen US-Dollar um (annual run rate basierend auf August 2012).

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Außergewöhnlich an dem Berliner Startup, das über Jahre die Öffentlichkeit mied: Die Gründer hielten bis jetzt immer noch 100 Prozent der Anteile. Bis jetzt wurde kein Investor in die Firma geholt.

„Uns ging es immer darum, etwas Nachhaltiges global aufzubauen“, erklärte Thomas Nicolai vor einigen Monaten im ersten großen Interview der Sociomantic-Gründer. „Wir wollten zeigen, dass man in Berlin Technologie entwickeln kann, die so gut ist wie im Silicon Valley.“

Schon damals kursierten in der Stadt Gerüchte über eine 250- bis 300-Millionen-Bewertung. Ihn habe das Gerede nie interessiert, so Nicolai. „Wenn es nur ums Finanzielle ginge, hätten wir die Firma schon vor drei Jahren verkaufen können. Dann wären wir auch happy gewesen und hätten viel weniger Stress gehabt.“

Warum die Gründer gerade jetzt den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf sahen, kommentiert das Unternehmen bislang nicht.

Bild: Gründerszene