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Das Führungs-Quartett Andreas Bittner, Roland Folz, Peter Grosskopf und Marko Wenthin  (von links)

Vor einem Jahr ist die Solarisbank mit einem großen Plan gestartet. Das Startup will sich Fintechs und anderen Digital-Unternehmen als Bank-Partner andienen – und besitzt dafür eine Vollbanklizenz. Unter den jungen Finanz-Unternehmen ist das bislang noch selten. Erste Erfolge kann die Bank vorweisen, die Kundenliste ist mit den Monaten gewachsen: Etwa AutoScout vermittelt über die Startup-Bank Kredite für Autokäufer. Fintechs wie Bezahlt.de von Szene-Kopf Sebastian Diemer oder die Banking-App Kontist sind seit einigen Monaten Partner. Kürzlich ist der Banking-Dienst von Penta dazugekommen

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Der Ansturm auf sein Angebot sei groß, sagte Solarisbank-Vorstand Marko Wenthin im November gegenüber Gründerszene. „Momentan haben wir das Luxusproblem, dass wir gar nicht allen Anfragen nachkommen können. Es tut extrem weh, zu guten Geschäften Nein zu sagen.“

Jetzt geht das Startup einen nächsten Wachstumsschritt: Insgesamt 26,3 Millionen Euro hat die Solarisbank von Investoren eingesammelt. Zu den Geldgebern gehören der japanische Fintech-Investor SBI Group, der aus der Softbank hervorgegangen ist, und Bertelsmann mit der Tochter Arvato Financial Solutions. Auch eine bekannte Bank beteiligt sich an der Finanzierungsrunde: Die Hypovereinsbank-Mutter Unicredit investiert in das Startup, heißt es aus dem Unternehmensumfeld. Die Alt-Investoren Finleap, Hegus und Yabeo sind bei der Runde ebenfalls mitgezogen.

Mittlerweile arbeiten 85 Leute für die Bank

Mit dem Geld will das Fintech seine Produkte in den bestehenden Märkten stärker vertreiben. Die Bank ist aktuell in sechs europäischen Ländern aktiv. Eine Expansion über Europa hinaus ist bereits geplant: „2018 wollen wir mit unserem japanischen Investor auch in Asien starten“, sagt der neue Vorstandschef Roland Folz gegenüber Gründerszene. Zuerst will die Solarisbank ein Joint-Venture mit der SBI in Japan gründen. 

Folz ist seit wenigen Wochen beim Startup als Vorsitzender des Vorstandes eingestiegen. Er besitzt bereits viel Bankenerfahrung, zuletzt war er CFO bei der Deutschen Bank, davor arbeitete er in Führungspositionen etwa bei der DAB Bank, der Mercedes-Benz Bank und der Deutschen Telekom. Folz wird sich bei der Solarisbank vor allem um die Strategie und das Fundraising kümmern, während sich die beiden anderen Vorstände wieder auf die Arbeit am Bankprodukt konzentrieren. „Wir müssen uns weiter fokussieren“, sagt Marko Wenthin im Gespräch mit Gründerszene. Nach einer schnellen Wachstumsphase im vergangenen Jahr müsse das Startup erst einmal die vielen Anfragen abarbeiten. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 85 Mitarbeiter.

Auch im Aufsichtsrat ändern sich die Zuständigkeiten. Gerrit Seidel von Yabeo Capital übernimmt den Vorsitz von Jan Beckers. Beckers, der Gründer von Hitfox und Finleap, bleibt als Stellvertreter im Aufsichtsrat. Der Company Builder FinLeap hatte das Unternehmen Ende 2015 gestartet. Direkt zum Start hatte die Solarisbank 12,2 Millionen Euro eingenommen, wie das Unternehmen jetzt bekannt gab.

Wie sich die Solarisbank im Markt aufstellt, erklärte Marko Wenthin im Interview im November:

„Der Plan ist, einen App-Store für Bank-Produkte aufzubauen. Jeder Kunde kann den Service anbinden, den er benötigt. Beispielsweise unsere Konten, ein ID-Now für die Identifikation oder einen anderen Dienst für das Scoring. Mit diesem Ansatz unterscheiden wir uns von den Wettbewerbern.“

Marko Wenthin, Solarisbank: „Es tut extrem weh, zu guten Geschäften Nein zu sagen“

„Es tut extrem weh, zu guten Geschäften Nein zu sagen“

Im Frühjahr ist die Solarisbank mit einer Banklizenz gestartet. Die Vision war von Beginn an groß. Wie schlägt sich das Berliner Startup seitdem? Ein Interview.

Bild: Solarisbank