Vor einem Jahr haben Orlando Policicchio (links) und Markus Schwed Company Mood gegründet.

Tagtäglich prasseln die Nachrichten aus Griechenland auf uns herein: Hier ein Gipfel, da ein Rettungspaket, dort eine Parlamentsabstimmung. Wie sich die Krise auf die Menschen vor Ort auswirkt, geht dabei im Grundrauschen unter. So hatte unser Artikel über griechische Startups und ihr Kampf mit der Krise nicht außergewöhnlich viele Leser. Doch bei Markus Schwed und Orlando Policicchio von Company Mood zeigte der Bericht Wirkung.

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Die Gründer aus dem Saarland erkannten „die große Belastung“ für ihre griechischen Kollegen. Durch die Kapitalverkehrskontrollen haben griechische Startups Probleme ausländische Dienste, wie ihre Serverleistung bei Amazon, zu bezahlen. Denn das Geld darf nicht einfach ins Ausland fließen. Obwohl sich die Lage etwas normalisiert hat, greifen die Kontrollen noch.

Nach dem Bericht haben sich Schwed und Policicchio deswegen kurzerhand dazu entschieden, eine Solidaritätsaktion zu starten. „Die momentane Situation ist für ein junges Unternehmen nur schwer zu verkraften“, sagt Schwed im Gespräch mit Gründerszene. Also biete er seinen Dienst nun kostenlos für griechische Startups an. Mit Company Mood lässt sich festhalten, wie zufrieden die Mitarbeiter im eigenen Unternehmen sind. Andere Startups wie Gini nutzen den Dienst.

Das Griechenland-Bashing hat die Gründer bestärkt

Ihre Aktion soll andere deutsche Online-Dienstleister dazu bewegen mitzumachen. Die beiden Gründer haben dafür die Seite www.support-greek-startups.com aufgesetzt. „Nach dem ganzen Griechenland-Bashing fühlen wir uns umso mehr mit den Griechen verbunden“, sagt Mitgründer Schwed. Es sei falsch, mit dem Finger auf das südeuropäische Land zu zeigen. „Praktisch jedes Land in der EU ist verschuldet“, sagt Schwed. Ihre Aktion soll solange weitergehen, wie der Bedarf da ist.

Bislang sind die beiden mit ihrem Angebot noch allein. Sie hoffen, bald weitere Mitstreiter zu bekommen – und die bedürftigen Startups zu erreichen. Eine andere Solidaritäts-Aktion von zwei Griechen, die im Ausland leben, war auf große Resonanz gestoßen. Eine spezielle Verbindung zu Griechenland haben die beiden nicht. „Wir würde eine solche Aktion auch für andere Länder ins Leben rufen“, sagt Schwed.

Bild: Company Mood