SoundCloud-CEO Alex Ljung

Wachstum kostet oft Geld. Das gilt offenbar auch für die Berliner Musikplattform SoundCloud. Die hat, wie jetzt erst bekannt wurde, einen Kredit in Höhe von 32 Millionen Euro beantragt. Das Geld wurde bereits Anfang 2015 von Tennenbaum Capital Partners, einer US-amerikanischen Investmentfirma mit Fokus auf Kreditvergabe und „besondere Situationen“, zur Verfügung gestellt. Dies berichtete Tech.eu mit Verweis auf das schwedische Magazin Digital zuerst. Eine Sprecherin von SoundCloud bestätigte den Vorgang auf Nachfrage von Gründerszene:

Wir können bestätigen, dass wir eine flexible Kreditlinie von Tennenbaum Capital Partners (TCP) Anfang 2015 erhalten haben. Es ist eine attraktive Option für ein Unternehmen wie SoundCloud, das ein solides Kredit-Rating aufweist. Es ist die passende Finanzierungsoption für ein Unternehmen in unserer Wachstumsphase. (Übersetzt aus dem Englischen)

Und: SoundCloud hat offenbar auch die Erlaubnis der Investoren eingeholt, weitere 64,6 Millionen Euro in Wandelanleihen aufzunehmen. Dazu wollte sich SoundCloud allerdings nicht weiter äußern.

Vor mehr als einem Jahr berichtete das Wall Street Journal, dass die Berliner Musikplattform SoundCloud 150 Millionen US-Dollar einsammeln wolle. Doch danach wurde es ruhig um das 2007 gegründete Unternehmen – ob die Runde zustande kam, ist nicht bekannt. Zuvor hatte die Musikplattform laut Crunchbase mehr als 120 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die letzte bestätigte Finanzierungsrunde wurde im Januar 2014 bekannt gegeben. Damals holte sich das Unternehmen um die beiden Gründer Alexander Ljung und Eric Wahlforss insgesamt 60 Millionen Dollar an frischem Kapital.

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Berichten zufolge hat das 2007 gegründete Unternehmen Schwierigkeiten, sein Geschäftsmodell zu monetarisieren. Das Schalten von Werbung und Premium-Dienste sollten dabei helfen. Auch interne Umstrukturierungen wurden vorgenommen: Bis zu einem Zehntel der Mitarbeiter wurde entlassen, wie Gründerszene vor Kurzem berichtete.

Der Online-Musikmarkt ist hart umgekämpft. Auch wenn SoundCloud eher das „Youtube“ unter den Musikdiensten ist – Riesen wie beispielsweise Apple Music oder Spotify machen es dem Unternehmen nicht einfach.

Auch die ungeklärte Frage nach Musikrechten treibt das Unternehmen um. Für die geplanten Premium-Dienste benötigt SoundCloud Deals mit Plattenlabels. Die sind nötig, wenn SoundCloud urheberrechtlich geschützte Inhalte monetarisieren will. Nur mit einem der drei weltweit größten Plattenlabels, Warner Music, hatte das Startup bisher eine Lizenz-Vereinbarung.

Nachdem das britische Äquivalent zur deutschen Rechteverwertungsgesellschaft Gema, Performing Rights Society for Music (PRS), im Sommer Klage gegen SoundCloud einreichte, einigten sich beide Parteien im Dezember vergangenen Jahres auf einen Deal. Die Copyright-Vereinbarung gilt international und für alle von der PRS vertretenen Künstler. Die Verhandlungen hatten sich fünf Jahre lang hingezogen.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch