Zu den Künstlern, die bei Sony unter Vertrag stehen, gehört auch US-Star Beyoncé

SoundCloud hat offenbar die letzte Hürde auf dem Weg zu einem kostenpflichtigen Service aus dem Weg geräumt: Wie The Verge und Music Business Worldwide weitgehend übereinstimmend berichten, hat die kriselnde Berliner Musikplattform endlich auch einen Deal mit Sony Music abgeschlossen. Damit kann das geplante, etwa zehn US-Dollar teure Premium-Abo dieses Jahr endlich eingeführt werden.

Sony war das letzte verbliebene Major-Label, mit dem SoundCloud noch keine Vereinbarung über die rechtmäßige Nutzung von Songs der unter Vertrag stehenden Künstler hatte. Im November 2014 war SoundCloud der erste wichtige Deal mi Warner Music gelungen, Anfang des Jahres folgte ein Abkommen mit Universal. Die Verhandlungen mit Sony sollen äußert schwierig gewesen sein – im Mai 2015 ließ die Plattenfirma sogar Songs von wichtigen Künstlern wie Adele oder Kelly Clarkson von der Plattform entfernen.

Update, 21. März: Noch am Freitagabend bestätigte SoundCloud schließlich das Zustandekommen des Deals. „Der heutige Tag ist von besonderer Wichtigkeit für uns als Unternehmen, weil wir mit der Aufnahme von Sony Music Entertainment nun Verträge mit allen Major-Musiklabels haben“, lässt sich SoundCloud-CEO Alexander Ljung zitieren.“

Die erste Version des Artikels erschien am 18. März.

SoundCloud wollte auf Gründerszene-Nachfrage die Medienberichte nicht bestätigen. Den Berichten zufolge hat Sony nun aber nicht nur eine Lizenzvereinbarung mit SoundCloud geschlossen, sondern auch Anteile an dem Berliner Unternehmen erhalten. In Aussicht soll außerdem eine Beteiligung an der nächsten Finanzierungsrunde stehen.

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Die wird bald fällig sein: SoundCloud macht bislang nur Verluste und das kräftig – im Jahr 2014 zum Beispiel fast 40 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hielt sich das Unternehmen mit einem 32-Millionen-Kredit und der Ausgabe von Wandelanleihen an Bestandsinvestoren über Wasser.

Von der Schließung bedroht – wie manche Medien daraufhin berichteten – dürfte SoundCloud allerdings nicht unmittelbar sein. Aber von der Einführung des Premium-Abos in den kommenden Monaten hängt viel ab. Nehmen die Nutzer das Angebot an, wird das Unternehmen endlich über einen signifikanten Einnahmekanal verfügen. Und das Berliner Startup könnte zum ernstzunehmenden Konkurrenten für Spotify und Apple Music werden.

Über die Einführung des Abos wird übrigens ein Neuzugang wachen: Vor knapp zwei Wochen hat SoundCloud den neu geschaffenen Posten des Chief Revenue Officers mit der US-Medienmanagerin Alison Moore besetzt. Sie kommt von NBCUniversal und hat auch schon für HBO gearbeitet. In ähnlicher Funktion hatte bis Dezember Jeff Toig bei SoundCloud als Chief Business Officer gearbeitet. Toig verließ das Berliner Unternehmen, um beim Konkurrenten Tidal von Musiker Jay Z als CEO anzuheuern.

Bild: By Asterio TecsonFlickr: BEYONCE CONCERT IN CENTRAL PARK 2011 / Good Morning America’s Summer Concert Series – Central Park, Manhattan NYC – 0701/11, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15725539