BERLIN, GERMANY - DECEMBER 08: SoundCloud co-founder and Chief Executive Officer Alex Ljung and SoundCloud co-founder and Chief Technology Officer Eric Wahlforss attend the SoundCloud Go Launch party at Prince Charles on December 8, 2016 in Berlin, Germany. (Photo by Matthias Nareyek/Getty Images for SoundCloud)

Die SoundClound-Gründer Alex Ljung (links) und Eric Wahlforss bei der Deutschland-Launchparty für ihren Premiumdienst Anfang Dezember

Über Jahre waren ungeklärte Rechtefragen die größte Baustelle des Berliner Musik-Startups SoundCloud. Vor allem mit den drei größten Plattenfirmen der Welt – Universal, Sony und Warner – stritt der Streamingdienst intensiv über die Frage, wie die Labels und ihre Musiker für ihrer Songs vergütet werden können.

Im November 2014 war SoundCloud der erste wichtige Deal mit Warner Music gelungen, Anfang 2016 folgte ein Abkommen mit Universal, wenige Monate später schließlich die letzte noch fehlende Vereinbarung mit Sony Music. Damit war die Bahn frei für die Einführung eines kostenpflichtigen Premium-Abos, das für die Zukunft des finanziell gebeutelten Unternehmens enorm wichtig sein dürfte.

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An den SoundCloud-Einnahmen werden Labels und Künstler beteiligt, wenn ihre Songs auf der Plattform zur Verfügung stehen. Für die drei Major Labels, so wurde gemunkelt, gab es aber eine Extrawurst: Sie sollen auch Anteile an dem Berliner Unternehmen erhalten haben. Offiziell bestätigt wurde das nie.

Ein vor wenigen Tagen beim britischen Handelsregister eingereichtes Dokument zeigt nun schwarz auf weiß: Warner, Universal und Sony sind inzwischen allesamt Anteilseigner an SoundCloud. Die drei Plattenfirmen halten in unterschiedlicher Höhe Anteile aus der Serie-D-Finanzierungsrunde sowie Stammaktien (Anteile aus späteren Finanzierungsrunden sind normalerweise lukrativer, wenn es um die Einnahmen aus dem Verkauf des Unternehmens geht). Demnach hält

  • Warner Music Inc., das kleinste der drei Majors, etwa 1,4 Prozent der Unternehmensanteile
  • die Nummer zwei, Sony Music Entertainment, etwa 2,9 Prozent
  • und Universal Music Leisure Ltd, eine Holding der größten Plattenfirma der Welt, etwa 4,1 Prozent.

Allerdings lässt sich damit nicht unbedingt sagen, wer den besten Deal gemacht hat – schließlich sind die sonstige Konditionen für die Lizenzierung der Label-Rechte nicht bekannt.

Zwei der drei Majors – Warner und Sony – haben öffentlich das Versprechen abgegeben, Musiker an möglichen Exit-Erlösen aus ihren Streamingdienst-Anteilen zu beteiligen. Bei der Diskussion ging es bislang vor allem um den anstehenden IPO von Marktführer Spotify, an dem die großen Plattenfirmen ebenfalls beteiligt sind.

Zwar wächst die Musikindustrie dank des Streaming-Booms endlich wieder – doch zwischen Plattenfirmen und Musikern ist ein heftiger Streit darüber entbrannt, wer wie viel davon abbekommt. Tim Renner, ehemaliger Deutschland-Chef von Universal, kritisierte erst vor wenigen Tagen im Gründerszene-Interview: Die Labels seien „doppelter Gewinner, der Künstler der Gelackmeierte“.

Bild: Getty Images / Matthias Nareyek