Spotcap-CEO Toby Triebel

Das Berliner Fintech-Startup Spotcap launcht heute seine Onlineplattform für kurzfristige Mittelstandskredite in Australien. Damit ist das Jungunternehmen aus dem Hause Rocket Internet in drei Märkten vertreten: Im Herbst 2014 startete Spotcap seinen Service in Spanien, im Frühjahr 2015 launchte es in den Niederlanden. In Deutschland, wo Spotcap seinen Sitz hat, ist das Startup nicht aktiv.

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Australien habe mehr als zwei Millionen kleine und mittlere Unternehmen, der Zugang zu Finanzierungen sei für viele dieser Unternehmen jedoch „immer noch ein großes Problem“, so Spotcap-CEO Toby Triebel gegenüber Gründerszene. „Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl an kleinen und mittleren Unternehmen, die Schwierigkeiten im Hinblick auf ihren Zugang zu Finanzierungen erwarten, sogar verdoppelt. Entsprechend bietet Australien hervorragende Voraussetzungen für unser Geschäftsmodell.“

Spotcap ist Rockets erstes Fintech-Unternehmen, das in Australien launcht. Langfristig strebe Spotcap an, „weltweit in allen Ländern präsent zu sein, in denen ein Mangel an Finanzierung besteht“, so Triebel weiter.

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Zum Start in Spanien hatte Spotcap auf seiner Onlineplattform kurzfristige Kredite in Höhe von 500 bis 50.000 Euro angeboten. Inzwischen können Unternehmen Kredite bis zu 100.000 Euro erhalten. Damit nähert sich Spotcap nun immer stärker zwei weiteren Fintech-Startups von Rocket Internet an: Die Portale Zencap und Lendico vergeben ebenfalls Kredite an Unternehmen. Bei Lendico liegt die maximale Höhe der Kredite bei 150.000 Euro, bei Zencap geht es sogar bis zu einer Viertelmillion.

Von seinen Wettbewerbern will sich Spotcap nach eigenen Angaben dadurch ab, dass es keinen Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt. „Unsere Kredite werden über Eigenkapital beziehungsweise zunehmend auch über Fremdkapital institutioneller Investoren finanziert“, so Triebel. Beispielsweise durch Kreos Capital, dessen „Growth Debt-Fonds“ im März fünf Millionen Euro in das Fintech pumpte. Zuvor schloss Spotcap im Herbst 2014 eine Finanzierungsrunde über 13 Millionen Euro ab, Access Industries und Holtzbrinck hatten damals investiert.

Bild: Gründerszene/ Lydia Skrabania