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Simon Springer: Von Bet3000 bis Springer Capital

Simon Springer hat schon ein illustres Leben hinter sich: In den 1970ern machte er sich als konzesssierter Anbieter und späterer Marktführer von Pferdewetten einen Namen. Anfang 2004 wurden seine Geschäftsräume und Wettannahmestellen in München bei einer Großrazzia durchsucht, wie die Süddeutsche Zeitung damals berichtete. Es bestand der Verdacht auf illegales Glücksspiel. Der Vorwurf erwies sich später als falsch. Der Weg führte Springer danach vom Ladengeschäft ins Netz.

In den Jahren 2005 und 2006 baut er die Marke Bet3000 (www.bet3000.com) auf, ein heute internationaler Anbieter für Sportwetten, Casino- und Online-Games. Wie in dem Geschäft üblich, hat er seine Wettlizenz in Malta erhalten. Nun soll ein weiteres Kapitel in Springers Vita dazu kommen: Als Mitgesellschafter der namensgebenden Springer Capital GmbH (www.springer-capital.com/de) in München will er sich als Seedinvestor in der deutschen Startup-Szene etablieren. Zweiter Gesellschafter ist sein Geschäftspartner Florian Fichtl.

Springer Capital will „in Personen, nicht Zahlen investieren“

Das operative Geschäft von Springer Capital wird von Atakan Öztürk geführt. Er kommt wie Springer aus dem Bereich der Onlinewetten und war die vergangenen sieben Jahre vor seinem Engagement bei Springer Capital als General Manager bei IGaming Partners (www.igamingpartners.com) auch unter anderem für die Betreuung der Marke Bet3000 zuständig. Öztürk hat außerdem Gründungserfahrung und betrieb als Mitgründer und Managing Director die Online-Wettbörse Bluevex von 2002 bis 2006.

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Der Werdegang der drei Springer-Capital-Partner lässt vermuten, dass sich der neue Seedinvestor auch im Umfeld der Online-Wetten bewegen wird. Mit Gründerszene sprach Atakan Öztürk über seinen Weg zum Startup-Investor, mögliche Investments und Unterscheidungsmerkmale zu anderen VCs.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Beteiligungsgesellschaft zu gründen?

Ich bin schon seit einigen Jahren in Berlin und habe mir inzwischen ein großes Netzwerk zu Gründern und Unternehmen aufgebaut. Das Umfeld für Startups hat sich hier gut entwickelt und es gibt gute Investmentmöglichkeiten. Ich wurde immer wieder gefragt, ob ich jungen Gründern Kontakte vermitteln kann und ich habe es auch gemacht. Irgendwann dachte ich mir, wieso sollte ich nicht auch eine Beteiligungsgesellschaft gründen. Simon Springer und Florian Fichtl konnte ich für diese Idee gewinnen.

Wie teilt ihr eure Arbeit auf?

Beide kommen aus dem Entertainment-Bereich und sind heute zu jeweils 50 Prozent Gesellschafter, aber beide nicht operativ tätig werden. Das Geschäft wird komplett durch mich abgewickelt und koordiniert. Ich war vorher im Management verschiedener Internet-Unternehmen tätig.

Wie wollt ihr euch von anderen VCs abheben?

Wir wollen vor allem unkompliziert sein, schnelle Entscheidungen treffen und nicht nach „Zahlen“ investieren. Wichtiger sind uns die Personen hinter den Projekten. Wenn wir sehen, wie sie ihre Ideen umsetzen und uns ihr Engagement gefällt, können wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen.

In welche Felder plant ihr zu investieren?

Wir interessieren uns für Gründer, die in den Bereichen Mobile, Software, Entertainment und Internet aktiv sind. Dafür bieten wir die richtigen Netzwerke in den Bereichen Mobile, Internet, Medien, Gaming/Gambling und Technologie. Wir wollen in der Seedphase investieren mit Beträgen zwischen 50.000 und 100.000 Euro.

Welche Beteiligung wird eure erste sein?

Wir stehen kurz vor dem Abschluss unseres ersten Investments. Es geht um ein Startup aus Berlin, das uns mit einer pantentierten Softwartechnologie im Bereich Musik und Entertainment überzeugt.

Was war die bisher größte Hürde auf dem Weg zur Gründung?

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Bisher lief alles super glatt. Innerhalb von sechs Wochen kam es von der Idee zur Firmengründung, über die Anmeldung der GmbH bis zum Launch unserer Homepage gestern. Springer Capital sitzt in München, ich werde aber zwischen Berlin und München pendeln. Ich bin in beiden Städten zu Hause.

Du kommst – wie auch Simon Springer – aus dem Bereich der Onlinewetten. Läuft das Geschäftsmodell nicht mehr so gut – oder warum startest du etwas Neues?

Nein, das Geschäft läuft prinzipiell gut, jedoch habe ich gemerkt, dass ich mein Know-How und meine Netzwerke in der Startup-Szene mehr einbringen möchte. Vor allem junge Menschen will ich auf ihrem Weg in ihre Selbständigkeit unterstützen.

Wird es bei Springer Capital auch wieder einen Fokus auf Wetten geben?

Nein, geplant ist das nicht. Allerdings werden wir uns die Sache bei interessanten Möglichkeiten sicherlich anschauen.

Wieviele Investments wollt ihr noch bis Ende des Jahres verkünden?

Wir haben vor, in diesem Jahr mindestens drei, vier weitere Seedinvestitionen zu tätigen. Hier konzentrieren wir uns vor allem auf meine persönlichen Kontakte.

Vielen Dank für das Gespräch!

Foto: H.D.Volz  / pixelio.de