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Hier wird das StartLap der RWTH Aachen feierlich eröffnet

Ist Aachen ein Gründungs-Hotspot? Abgesehen vom Übergrößen-Shop Navabi, dem IT-Unternehmen Bitstars oder dem Vorlese-Service Narando wurde bisher nicht vielen Aachener Jungunternehmen mediale Aufmerksamkeit zuteil. Aber offenbar gibt es dort nicht wenige Hochschul-Ausgründungen, die oft einen hochtechnologischen Fokus haben und im B2B-Bereich agieren. So hat das Aachener Transfer- und Gründerzentrum nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr insgesamt 45 (Aus-)Gründungen betreut, hinzu kommen Startups, die zwar ihre Idee in Aachen entwickelt haben, dann jedoch in anderen Städten gründeten.

Gemessen an Startup-Hochburgen wie Berlin, Hamburg oder München ist das zugegebenermaßen keine große Zahl – jedoch auch nicht unbedeutend. Und nun gibt es für eben solche Ausgründungen einen eigenen Startup-Brutkasten: Am vergangenen Mittwoch eröffnete das StartLab, ein IT-Inkubator der technischen Hochschule RWTH Aachen. Michael Minis, Leiter des Aachener Gründerzentrums, erzählt, weshalb der Inkubator wichtig für die Region ist und wie er sich von anderen Programmen abhebt.

Michael, das StartLab ist ein reiner IT-Inkubator. Wen wollt Ihr damit ansprechen?

Das StartLab ist ein Teil des Transfer- und Gründungszentrums der RWTH Aachen. Deshalb stehen Studenten, Absolventen und Wissenschaftler der RWTH und der FH Aachen, die im IT-nahen Bereich gründen wollen, im Vordergrund.

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Weshalb diese spitze Zielgruppe?

Bisher gibt es kein vergleichbares Angebot in der Region – dabei wird hier enorm viel gegründet: Die RWTH ist eine der größten nicht-privaten Gründerhochschulen Deutschlands. Und besonders viele Ausgründungen gibt es eben im hochtechnologischen Bereich. Zudem ist es so, dass das StartLab Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten EXIST-Projekts ist – darin ist auch der IT-Fokus unseres Inkubators verankert.

Welche Projekte und Gründungen werden beispielsweise im StartLab gefördert?

Aktuell sind etwa zehn Startup-Teams im StartLab aktiv. Eines davon ist beispielsweise Tift, das ein Schichtplanungs-Tool entwickelt. Zwar gibt es schon eine Menge solcher Tools, aber die Besonderheit an Tift ist, dass der Algorithmus auf Basis der Präferenzen der Mitarbeiter funktioniert – das ist hochkomplex. Genau solche Gründungen wollen wir fördern, nicht das x-te Tinder.

Wie können sich Startups für Euren Inkubator bewerben?

Bewerben können sich Menschen mit Ideen und Teams, in dem sie sich direkt an das StartLab oder das Transfer- und Gründerzentrum wenden. Das ist ein weiterer Punkt, in dem sich das StartLab von anderen Inkubatorprogrammen unterscheiden – neben dem IT-Fokus und der klaren Zielgruppe. Wir setzen schon in einer viel früheren Phase an. In das StartLab kann auch aufgenommen werden, wer noch kein Team und keinen Businessplan hat – sondern erst einmal nur die Idee. Derjenige wird dann von uns auf seinem Weg begleitet.

Was bietet das StartLab an Unterstützung?

Die Teilnehmer erhalten kostenlose Arbeitsplätze in unserem Co-Working-Space, individuelle Beratung durch Mentoren und Coaches, außerdem Workshops und Networking-Möglichkeiten. Das StartLab ist also ein Ort, an dem sich die Startup-Community trifft, neue Ideen generiert und gemeinsam Konzepte umsetzt.

Wie sieht es mit finanziellen Mitteln aus?

Das Transfer- und Gründerzentrum der RWTH hilft bei der Beantragung eines EXIST-Stipendiums. Außerdem haben wir ein starkes Partner-Netzwerk von VCs und Business-Angels, zum Beispiel die S-UBG, Target Partners, Bilfinger Venture Capital und dem High-Tech Gründerfonds, die sich auch bei Veranstaltungen wie der Gründer- und Unternehmer-Konferenz „Aachen Technology and Entrepreneurship Conference“ stark engagieren.

Danke für das Interview, Michael!

Bild: StartLab