Was haben ein Praktikant bei Apple und ein IT-Experte mit Erfahrung in Berlin gemeinsam? Die Antwort: Sie verdienen ähnlich viel. Erst kürzlich berichtete ein Apple-Praktikant des US-Tech-Riesen, dass er 6.700 US-Dollar im Monat verdient habe. Und ein Entwickler mit mehreren Jahren Berufserfahrung in einem durchschnittlichen Berliner Startup? Kommt auf immerhin 5.000 Euro (entspricht derzeit etwa 5.500 Dollar).

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Diese Zahlen haben die Job-Plattform StartupCVs und die Website für IT-Spezialisten 4Scotty für die Berliner Zeitung erhoben – sie belegen damit, was sich mittlerweile herumgesprochen hat: Startupper in der Hauptstadt werden gerade am Anfang nicht mit üppigen Paychecks belohnt.

Beide Auswertungen berufen sich dabei auf Daten von Bewerbern und können damit zwar nur begrenzt Aussagen über tatsächlich gezahlte Gehälter treffen. Aber eine ähnliche Umfrage der Welt kam vor kurzem auf fast identische Ergebnisse.

Die Auswertungen von 1.000 Bewerbern zeigen, dass gerade Berufseinsteiger beim Gehalt zurückstecken müssen, innerhalb weniger Jahre kann ihre Einkommen dann aber richtig steigen. Und: Die Gehaltserwartungen innerhalb der Startupszene sind sehr unterschiedlich. So rechnen beispielsweise Bewerber für Management-Positionen mit einem Bruttogehalt von 51.000 Euro im Jahr. Für einen Einstieg in Human-Resource-Abteilungen liegen die erwarteten Gehälter hingegeb bei nur 25.000 Euro – das untere Ende der Skala. Im Durchschnitt erwarten Berufseinsteiger ein Jahresgehalt von 29.000 Euro. „Ihr reales Gehalt dürfte allerdings noch mal um ein Fünftel drunter liegen“, sagt Melikshah Ünver, Gründer von StartupCVs, der Zeitung.

Bei IT-Spezialisten zeichnen die Studien ein ähnliches Bild. Die erwarteten Einstiegsgehälter liegen bei nur 35.000 Euro pro Jahr – ein überraschend niedriger Wert für die meistgesuchte Berufsgruppe der Szene. Zum Vergleich: Laut Statista liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Informatiker über alle Branchen hinweg bei 47.500 Euro.

Ein Trost bleibt den Startup-Mitarbeitern: Wer dabei bleibt, kann schnell viel verdienen. „High Potentials, also sehr smarte Talente mit exzellenten Abschlüssen, steigen vielleicht mit 50.000 im Startup ein anstatt mit 60.000 im Konzern“, so Ünver. Schon nach drei Jahren in einem jungen Unternehmen könnten bis zu 100.000 Euro jährlich winken – in einem Konzern wären die Mitarbeiter dann vielleicht bei 70.000 Euro im Jahr.

Ausführliche Zahlen gibt es auf der Seite der Berliner Zeitung.

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