Frank Thelen

Startups als Massenthema

Für mich ist 2012 das Thema Startup im Volk angekommen. Wenn unsere Bundeskanzlerin und Industrie-Größen wie René Obermann sich gerne mit Geeks umgeben und das Potenzial von Startups erkennen, versteht sogar meine Mutter plötzlich, dass ich einen “echten” Job habe.

Wenn man früher im Freundeskreis noch als “arbeitslos” bedauert wurde, ist jetzt angesagt und viele interessieren sich für unsere Welt. Das ist gut, denn wir benötigen dringend Gründer und High-Potentials, die mit Startups die Welt verändern wollen und dem verlockenden Angebot von McKinsey und Co mit eingebauter Senator-Card widerstehen.

Innovation benötigt Zeit

Mit der e42 konzentrieren wir uns auf Technologie und Design getriebene Startups, die bestenfalls Märkte neu denken oder verändern. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Traum leben darf; aber es gibt auch immer wieder Rückschläge, die mich persönlich belasten. Dieses Jahr mussten wir Wunderkit einstellen, da unser Produkt zu komplex war. Es war für das 6Wunderkinder-Team keine einfache Zeit, aber gerade in diesen Zeiten wächst und lernt ein Team. Vor wenigen Tagen haben wir Wunderlist 2.0 veröffentlicht und ich bin überzeugt, man spürt die Erfahrung, Professionalität und Passion des Teams in diesem Produkt.

Die zweite große persönliche Herausforderung war und ist Doo. Ich habe dieses Unternehmen gegründet, um mein persönliches Dokumenten-Problem zu lösen. Unser Ziel war es, dieses Jahr unsere OS X App im AppStore zu haben und es ärgert mich sehr, dass wir es trotz 14-Stunden-Tagen und unendlich viel Herzblut nicht geschafft haben. Wir haben die Komplexität unterschätzt, mussten Teilbereiche neu denken und haben einen hohen Qualitätsanspruch. Wir haben das große Glück, mit DuMont und Target Partners zwei Investoren an Board zu haben, die uns in Ruhe arbeiten lassen. Aber ich werde erst wieder ruhig schlafen, wenn wir Doo in der geplanten Qualität geliefert haben!

2013: das Jahr des Plattform-Krieges

Selbst heute belächeln mich immer noch Leute, wenn ich sage “The Web is dead”. Fakt ist: Jeden Tag geben weniger Konsumenten www.toller-service.de in einen Browser ein, sondern verwenden Apps. Dies ist Apple, Google und Microsoft bewusst und wir werden 2013 einen unglaublich harten Kampf um diese App-Ökosysteme erleben. Konsumenten erhalten zu unfassbaren Preisen perfekte Hardware, Software und Apps. Wir als Startups sind aber nun gezwungen, für sehr verschiedene Plattformen Apps zu entwickeln. Dies wird eine schwierige Zeit für Startups und eine großartige für den Konsumenten.

Was wünsche ich mir von der Szene im Jahr 2013? Uns fehlen Startups, die ein Problem exzellent und international lösen. SoundCloud, Spotifiy, Wooga und MyTaxi sind ganz wenige Ausnahmen für solche Category-Leader. Ich bin davon überzeugt, dass wir 2013 verstärkt sehen werden: “The winner takes it all.”

Bildquelle: Frank Thelen / Doo
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