Das Schweizer Wirtschaftswachstum stagniert, der Wohlstand macht träge und risikoavers. Kommt dazu: An den Universitäten ist Unternehmertum ein Fremdwort. Stattdessen werden Studenten zu Hampelmännern von Grosskonzernen erzogen und mit sicheren Schweizer Löhnen geködert. Nur wird dabei oft vergessen, dass selbst eine UBS, eine Roche, eine Novartis oder eine Rolex vor 50-100 Jahren selbst noch Startups gewesen sind – Unternehmen, auf denen unser heutiger Wohlstand aufgebaut ist.

Glücklicherweise hat die Schweizerischen Eidgenossenschaft die Zeichen der Zeit bereits erkannt, weshalb es seit einigen Jahren Programme zur Start-up Förderung gibt:

Mit der Initiative CTI Entrepreneurship will die KTI den „entrepreneurial spirit“, den Unternehmergeist, fördern. Dafür hat sie das Beratungs- und Ausbildungsprogramm „venturelab lanciert, das potentiellen und bereits tätigen Jungunternehmerinnen und -unternehmern gezielte Ausbildungsmodule anbietet.

Seit 1996 unterstützt die KTI mittels der Initiative KTI Start-up erfolgreich innovative Köpfe beim Aufbau neuer Firmen. Bisher wurden mehr als 1’500 Projekte geprüft. Über 140 wurden mit dem KTI Start-up Label ausgezeichnet. 85 Prozent davon sind noch im Geschäft. Sie haben gut 4’000 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.

Für (angehende) Gründer ist besonders venturelab sehr interessant. Das Programm fokussiert sich auf Hightech-Startups (d.h. Bio, Nano, ICT, Engineering etc.). Es gibt folgende Angebote (alle sind 100% kostenlos), die ich in den letzten 2 Jahren praktisch alle durchlaufen habe:

  1. Venture Challenge: Der einzige Kurs in meiner Uni-Karriere, der das Thema Unternehmertum thematisiert hat (es wird in Teams während eines Semesters an konkreten Startups gearbeitet – von A-Z, d.h. von der Idee bis zur Markteinführung). Die Mühe war nicht umsonst: Für den geschriebenen Businessplan und die abgelegte Prüfung gab es insgesamt 6 Kreditpunkte für mein Studium – rückblickend sicherlich mitunter die wertvollsten 6 CPs, die ich gemacht habe.
  2. Venture Ideas: Extrem motivierender Eintagesworkshop, der an Universitäten und Fachhochschulen durchgeführt wird. An einem solchen Workshop bin ich das erste Mal mit venturelab in Kontakt gekommen. Auch hier ist venturelab extrem gut mit den Universitäten vernetzt. Regelmässig erhalten alle (!) Studenten Einladungen von venturelab per E-Mails (aufgrund eines solchen E-Mails bin ich an den Workshop gegangen)
  3. Venture Plan: Businessplan- und Strategieworkshop. Fünfmal ein ganzer Tag (verteilt auf 5 Wochen) mit sehr intensivem Training und Coaching. Sehr praxisorientiert. Man arbeitet an seinem Projekt. Regelmässiges Präsentationstraining.
  4. Venture Training: Folgt nach Venture Plan – erneut fünf mal einen ganzen Tag. Verfeinerung der Strategie (u.a. Internationalisierung), Erstellung einer Investorenpräsentation, am letzten Tag eine Präsentation vor Investoren. Zahlreiche meiner Freunde haben über Venture Training ihre Finanzierung gefunden.
  5. Venture apéros: Regelmässige (und sehr lokale) Veranstaltungen. Meistens ein kurzes Referat (und meistens sehr gute Referenten), anschliessend kostenloses Apéro. Gute Möglichkeit für Networking.

Ich kann venturelab jedem Schweizer Gründer empfehlen. Man hat für alle Fragen einen direkten (und kostenlosen!) Ansprechpartner, ist nie allein und hat mit den hilfsbereiten und sympathischen Jungs sehr viel Spass!

[Remo]