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Gründer glauben: Startups scheitern am Personal

Warum scheitern Startups? Mal hält ein Produkt nicht, was es verspricht. Mal geht das Geld aus. Vor allem aber kann das Personal zum Problem werden: Wenn es an den nötigen Talenten, Fähigkeiten und Erfahrungen im Team fehlt.

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Dass personelle Engpässe der Hauptgrund für das Scheitern von Startups sind, glauben nach einer neuen Studie über 40 Prozent der Gründer. Das Startup Institute hat hierfür im Februar 100 Startupköpfe befragt. Finanzierungslücken sehen demnach nur 26 Prozent der Befragten als wichtigsten Faktor fürs Scheitern.

Schon zu Beginn die passenden Leute zu finden, bestätigt Paul Jozefak vom Hamburger Company Builder Liquid Labs, sei „ausschlaggebend für den Erfolg des Startups“. So würden viele Jungunternehmen zum Aufgeben gezwungen, „nicht, weil die zugrundeliegende Strategie oder die Idee fehlerhaft ist, sondern weil die eingestellten und ausführenden Mitarbeiter nicht die notwendigen Fähigkeiten oder die passende Einstellung besitzen“.

Mit 79 Prozent gibt eine große Mehrheit der vom Startup Institute befragten Gründer zu, Probleme beim Recruiting zu haben. Ein Viertel sieht sogar „schwerwiegende Probleme“. Ein Drittel der Startups muss im Schnitt mehr als ein halbes Jahr nach passenden Bewerbern suchen. Vor allem gefragt sind – wenig überraschend – Technikspezialisten. 38 Prozent hätten „dringenden Bedarf“ nach Webentwicklern.

Startup-Ausbildung als Geschäftsmodell

Eine, die hier die Lage verbessern will, ist Ex-Rocket-Frau Raffaela Rein. Sie hat gerade das Mentoren- und Weiterbildungsprogramm CareerFoundry gegründet und dafür eine Viertelmillion Euro an Seed-Finanzierung eingesammelt. „Obwohl die digitale Wirtschaft boomt, gibt es keinen einzigen Berufsausbildungsanbieter für Online-Tech“, erklärt Raffaela Rein ihre Idee.

Liquid-Labs-Geschäftsführer Jozefak glaubt: „Der Pool der Talente könnte durch die Regierung und private Initiativen vergrößert werden, indem mehr junge Menschen in genau den Fähigkeiten trainiert werden, die nötig sind, um in einem Startup zu arbeiten.“ Das würde dem Technologiesektor in Europa „einen massiven Auftrieb verleihen, da endlich eine Vielzahl junger Talente dem Markt zur Verfügung stehen würden“.

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Auch Naren Shaam, der die Reisesuchmaschine GoEuro gegründet hat, kennt sich mit Recruiting-Problemen aus: „Unsere Angestellten stammen aus der ganzen Welt, sprechen mehrere Sprachen und teilen unsere Leidenschaft für das Reisen.“ Er sei daher auf der Suche „nach sehr speziellen Fähigkeiten, die leider nur eine ausgewählte Gruppe von Menschen auch besitzen“.

Dabei sei, so Shaam, das Problem nicht auf Europa beschränkt, auf der ganzen Welt gebe es „große Qualifikationsdefizite“. Trotzdem gibt er sich zuversichtlich: „Das Problem wird auch nicht über Nacht verschwinden, aber ich denke, dass es sich schrittweise verbessern wird. Denn immer mehr Menschen finden Zugang zum Technologiesektor, werden in Startups ausgebildet und geben ihr Wissen an neue Mitarbeiter weiter.“

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Asbestos Bill

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