Berlin Startup Unit 100 Millionen Euro Fonds

Berlin schmückt sich gerne mit seiner Startup-Szene. Nun scheint man im Roten Rathaus einen Schritt weiter zu denken – und ruft pünktlich zur morgigen Langen Nacht der Startups zum ersten Mal den Wettbewerb „StartTourismUP!“ aus. Unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer werden digitale Lösungen für den Berliner Tourismus gesucht – „mit tragfähigem Geschäftsmodell“, Bitteschön.

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Wie man digital und nutzerfreundlich Lust auf Berlin machen kann, soll eine der Herausforderungen für die Teilnehmer sein, heißt es von der Senatsverwaltung. Die Bewerbungsphase startet Ende September 2015, die Nominierungen will der Senat im Januar 2016 bekannt geben. Ausgewählt werden die drei besten digitalen Kreationen, die Entscheidung fälle eine Fachjury „aus Expertinnen und Experten der Digital- sowie Tourismuswirtschaft“.

Der Jury gehören unter anderem Szene-Köpfe wie Fox&Sheep-Macherin Verena Pausder, Getyourguide-Gründer Johannes Reck oder Plug-and-Play-Chef Jörg Rheinboldt an. Die aus Jury-Sicht besten Ergebnisse werden mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 100.000 Euro und einem Förderpaket des Axel-Springer-Accelerators prämiert.

Wir sprachen mit Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer darüber, was sie mit dem Wettbewerb erreichen will – und darüber, ob es entsprechende Aktionen auch in anderen Branchen geben wird.

Was soll mit dem Wettbewerb erreicht werden?

Berlin gehört weltweit zu den am stärksten wachsenden Tourismusmetropolen. Dabei ist die Digitalisierung auch in der Reisebranche ein entscheidender Zukunftsfaktor. Als führender Digitalstandort und boomende Tourismusmetropole ist Berlin der ideale Ort für wegweisende Travel-Innovationen. StartTourismUP! bringt beide Themen zusammen und nimmt dabei besonders das enorme Potenzial internationaler Wachstumsmärkte in den Blick. Die Deutsche Zentrale für Tourismus geht bis 2030 von einer Steigerung der Übernachtungszahlen in Deutschland allein durch Gäste aus China um 145 Prozent auf jährlich fünf Millionen Besucher aus. Mit unserem Wettbewerb wollen wir Anreize schaffen, sich kreativ mit diesen Wachstumsmärkten auseinanderzusetzen.

Gibt es in Berlin also bislang zu wenig „digitalen Tourismus“?

Der Tourismus ist eine digitale Welt. Wer von uns bucht nicht seine Hotels und Flüge online und informiert sich in Portalen und Apps über sein Reiseziel? Und in der Berliner Startup-Szene gibt es bereits viele Anbieter, die in dieser Welt mitmischen. Aber, das sage ich offen, in der Stadt selbst ist das Angebot ausbaufähig. Deshalb lobt mein Haus diesen Preis, dotiert mit insgesamt 100.000 Euro, für die drei besten Beiträge aus.

Engagiert sich der Senat auch in anderen Bereichen mit entsprechenden Wettbewerben?

Die bestehende Wettbewerbsreihe „Berlin – Made to Create“ der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung setzt bereits wichtige Akzente. In über 20 Wettbewerben in Kategorien wie WearableIT/ FashionTech, Evolving Books, Serious Games, Visual Effects oder Open Source haben wir über 1.500 Bewerbungen erhalten. Weitere Wettbewerbe werden seit Herbst 2014 über die landeseigene Plattform www.crowdfunding-berlin.com im Bereich Technologie, Medien und Design durchgeführt. Doch das ist noch nicht alles: Bis Ende des Jahres 2015 startet wir einen Aufruf zu innovativen Hardware/Maker-Lösungen.

Wer stellt die Preisgelder zur Verfügung?

Die Preisgelder werden von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung bereitgestellt.

Bild: © panthermedia.net / berlinimpressions; Disclaimer: Axel Springer ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH gibt es hier: www.vmpublishing.com.