„Behind The Scenes“ einer Zalando-Werbekampagne auf YouTube

Ein Beitrag von Sarah Lindner, Fernsehjournalistin und Gründerin des Unternehmens Video Impression.

Wenn sich ein Startup überlegt, welche Marketingmethoden es wählen soll, steht YouTube weit vorne auf der Prioritätenliste. Gekonnt auf sich aufmerksam zu machen, die Emotionen und das Unterbewusstsein des Kunden anzusprechen, all das können Online-Videos. Dazu ist YouTube die zweitgrößte Suchmaschine weltweit: Wer etwas sucht, tut das auch hier und findet Unternehmen. In Deutschland ist YouTube noch eine vielfach unterschätzte Möglichkeit, Kunden einfach, direkt und vor allem persönlich anzusprechen.

Anzeige
Lohnt sich ein YouTube-Kanal? Die Anfangsfrage.

Die entscheidende Frage, die sich jedes Startup stellen sollte: „Suchen meine Kunden auch online nach unserem Produkt oder unserer Dienstleistung?“ Ist die Antwort ja, kann ein YouTube-Kanal sehr sinnvoll sein. Denn: YouTube hat nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Nutzer, die Hälfte aller Web-Filme wird mobil angesehen.

Den Kanal einrichten

Nach der Eröffnung des YouTube-Kanals, sollte dieser konfiguriert werden. Ein gutes Titelbild ist wichtig. Klicke dazu einfach links auf „Mein Kanal“, wenn du bei Google in dem YouTube-Kanal angemeldet bist und dann auf das bisherige Titelbild.

Ein „Trailer für Nicht-Abonnenten“ sollte eingerichtet werden, der direkt unter dem Titelbild zu sehen ist. Ein Trailer zeigt, wer mit dem Kanal angesprochen wird und fordert möglichst zu einer Handlung auf, etwa den Besuch der dazugehörigen Webseite oder das Abonnieren des Kanals. Achte darauf, dass der Trailer nicht zu lang ist und den Zuschauer wirklich so anspricht, als ob er zum ersten Mal auf die Kanalseite stößt. Tipp: Teste verschiedene Trailer in unterschiedlichen Längen oder Ansprechhaltungen und miss dann, bei welchem Trailer die Zuschauer am häufigsten hängen bleiben. Manchmal sind auch einfach ein paar professionell geschnittene Bilder mit poppiger Musik und einem Slogan oder Logo unterlegt sinnvoll.

Andere Kanäle abonnieren

Wenn der YouTube-Kanal fertig eingerichtet ist und zufriedenstellend aussieht, geht es daran, diesen auch bekannt zu machen. Zuerst ist es ratsam, sich auf YouTube einen Überblick zu verschaffen und andere „sinnvolle“ Kanäle zu abonnieren. So lässt sich herausfinden, was andere Wettbewerber in der gleichen Branche tun oder mit welchen Unternehmern beispielsweise eine Kooperation möglich wäre. Ein Kanal wird abonniert, indem man unter dem Video auf den roten Button „Abonnieren“ klickt. So bekommt man – wie bei einem RSS-Feed – immer die neusten Updates aus diesem Kanal mit. Einen Überblick über alle Abos erhält man, wenn man oben links auf „Meine Abos“ klickt.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Penispumpen-Werbung: So verdienen namhafte YouTuber Geld mit Produktempfehlungen

Sehr sinnvoll ist das Erstellen von Sammlungen in seinen Abos, denn so kann man die Kanäle gleich einordnen und beispielsweise zu „Kundenkanäle“, „Arbeitsorganisations-Tools“ oder „Ideen für unsere Medienarbeit“ zuordnen. Wer mehrere YouTube-Kanäle hat, kann rechts oben auf das Symbol klicken und zwischen dem Firmenkanal und dem privaten Kanal umschalten.

Den Kanal bespielen

Besonders wichtig bei einem eigenen Kanal ist es, dass immer wieder neue Videos hochgeladen werden. Bei einem Abo erwartet der Kunde, dass er regelmäßig neue Tipps, Angebote, Hinweise oder Geschichten bekommt. Im täglichen Arbeitsablauf eines Startups ist das nicht immer einfach, aber dafür eine sehr gute Möglichkeit, sich immer wieder „ins Gedächtnis“ zu rufen. Tipp: Unterhaltung, Neuigkeiten, Hinter-den-Kulissen, Hilfestellung bei Problemen oder ähnliche Videos sind ansprechender als Werbevideos.

Anzeige
Es ist wichtig, dass alle Online-Videos eine ähnliche Ansprechhaltung haben. Die Qualität der Videos sollte sich nicht extrem voneinander unterscheiden – denn auch hier ist Corporate Identity gefragt. Wenn ein Startup unterschiedliche Zielgruppen anspricht oder voneinander abweichende Produktgruppen hat, können verschiedene Playlisten gesetzt werden.

Eine solche Liste kann erstellt werden, indem links unter „Playlist“ geklickt wird. Dort können öffentliche oder auch private Playlisten erstellt werden. Zum Beispiel: Eine Liste mit neuen Angeboten und eine mit Mitarbeiter-Porträts. In einer Playliste können auch Online-Videos gesammelt, die von anderen Personen auf YouTube hochgeladen wurden. So kann zum Beispiel Wissen für Kunden gebündelt werden.

Tipps für die Vermarktung des Kanals

Wenn der YouTube-Kanal erstellt ist, kann der Kanal folgendermaßen optimiert werden:

  • Titel: Das Video benötigt einen guten Titel (die erste Zeile zum Eintragen). Der Titel sollte das sein, wonach ein potentieller Kunde sucht – das muss nicht immer der Firmenname sein. Oft hat der Kunde ein Bedürfnis oder ein Problem, nach dem er direkt sucht. Besser wäre dann ein Video mit dem Titel „Rückenschmerzen“ anstatt „Praxis Doktor Meier“. Wenn nicht ganz klar ist, wonach der Kunde sucht, kannst du beim Google Keyword Planner nach häufigen Suchbegriffen recherchieren. Nenne den Dateinamen des Videos wie das Hauptkeyword, welches auch im Titel vorkommt (zum Beispiel Rückenschmerzen) und nicht etwa „Video_letzte Version“. So erscheint das Video weiter oben im Ranking, wenn jemand danach sucht (weil YouTube auch den Dateinamen durchsucht).
  • Beschreibung: Hier bewirbst du das Video und gibst die Internetseite mit http:// an, damit diese unterhalb des YouTube-Videos als Hyperlink erscheint. So zieht es Kunden vom Video auf die Website. Außerdem können die wichtigsten Keywords und Begriffe hier noch einmal eingetragen werden.
  • Tags: Viele vergessen, diesen Punkt auszufüllen. Tags, nach denen der Kunde suchen könnte (zum Beispiel Rückenschmerzen, Krampf, Schmerzlinderung, Rückenübungen et cetera), sind ebenfalls wichtig, damit der Kunde auf das Video stößt. Die drei ersten Punkte können anschließend im Video-Manager noch geändert werden. Allerdings nicht der Dateiname. Der kann nur vor dem Upload verändern werden.
  • Branding: Unter „Kanal“ und „Branding“ kann bei jedem Video ein eigenes Logo hinzugefügt werden. Dieses wird dann automatisch auf alle Videos im Kanal gelegt.
  • Untertitel: Im Dropdown-Menü des Video-Managers, findet sich der Untertitel. Hier kannst du einen „automatischen Untertitel“ wählen. Das Ranking des Videos kann sich dadurch verbessern, da YouTube das Online-Video an sich nicht auslesen kann– wohl aber die Untertitel.
  • Für Fortgeschrittene: In „Anmerkungen“ können Sprechblasen und weiteres auf das Video gesetzt werden. Hier kannst du auch direkt auf das Video eine Anmerkung mit Verknüpfung zur Website stellen.

Vier typische Fehler

Es gibt einige Fehler, die beim Aufstellen eines YouTube-Kanals passieren können:

  • Langweiliges, unpassendes Vorschaubild: Das Vorschaubild ist der erste Eindruck – wie der Titel einer Zeitung. Es sollte Vertrauen wecken oder neugierig machen. YouTube sucht sich automatisch ein Vorschaubild zu den hochgeladenen Online-Videos aus. Wenn das Bild nicht zum Inhalt passt, ändere dieses unter „Video“ und dann „Bearbeiten“.
  • Fehlende Interaktion: Habe Mut, Kommentare einzuschalten, auch wenn es einmal negative Kritik gibt! Auf YouTube sollten die User zur Interaktion, also zum Liken und Kommentieren, aufgefordert werden. Feedback ist sozial und es bringt den YouTube-Kanal im Ranking weiter nach vorne.
  • Unregelmäßigkeit oder zu wenige Videos im Kanal: Neuer Content sollte regelmäßig gepostet werden.
  • Keine Erfolgsmessung, kein Ziel: Unter „YouTube Studio“ finden sich die Analytics des Kanals. So lernst du viel darüber, welche der Online-Videos oft angeschaut und am meisten kommentiert werden und von wo Zuschauer auf die Videos zugreifen.
Bild: Youtube screenshot