Einst das Hauptgeschäft, heute nur noch Beiwerk: Außenwerbung von Ströer

T-Online und Interactive Media, Omnea und KissMyAds, StatistaRegiohelden, Content Fleet – das sind nur einige der Digitalunternehmen, die der Werbevermarkter Ströer in den letzten Monaten übernommen hat. Damit wird auch nach außen sichtbar: Aus dem einstigen Außenwerber ist mittlerweile ein Internet-Unternehmen geworden.

Es ist dieser Wandel hin zum Digitalen, die auch der mittlerweile im MDax notierten Ströer-Aktie einen neuen Anstrich verliehen hat. Seit dem Einstieg ins Internet-Geschäft im Jahr 2013, zum Tiefpunkt des Aktienkurses, ging es für das Papier stetig bergauf. Mehr als verfünffacht hat sich der Kurs. Heute wird Ströer schon als „Highflyer der jüngsten Zeit schlechthin“ bezeichnet.

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Nun hat das Kölner Unternehmen die aktuellen Geschäftszahlen vorgelegt – und damit den Erfolgskurs bestätigt: Das bereinigte Jahresergebnis verdoppelte sich auf nahezu 106 Millionen Euro, das Ebitda stieg um 40 Prozent auf 208 Millionen Euro und lag damit etwas über dem anvisierten Ziel von 200 Millionen Euro. Nach vorläufigen Zahlen wurden die Erlöse um 14 Prozent auf 824 Millionen Euro deutlich gesteigert. Organisch, also ohne Effekte aus Zukäufen und Währungseffekten, lag das Wachstum bei zehn Prozent.

Positive Beiträge lieferten Angaben des Unternehmens zufolge unter anderem T-Online, das Ströer erst im November von der Telekom übernommen hatte. Im Gegenzug war die Telekom selbst bei Ströer eingestiegen und wurde mit 11,59 Prozent zum Großaktionär – Firmenchef Udo Müller hält 21,46 Prozent der Anteile, Mitgründer Dirk Ströer weitere 21,8 Prozent.

Seit drei Jahren geht es (fast) nur nach oben: der Ströer-Aktienkurs


Aktienkurs von finanzen.net

 

Das ursprüngliche Geschäft, die Außenwerbung auf großen Plakatwänden, macht dabei nur noch 15 Prozent des Umsatzes aus. Genau die hatte Ströer zusammen mit der generellen Bewertungsproblematik bei Media-Deals in der Digitalszene nicht immer zu einem guten Ruf verholfen: Werbeunternehmen würden nicht verkaufte Kontingente über Media-Deals zu hohen Bruttopreisen „verhökern“, hieß es oft in der Szene. Dieses Image scheint dem Kölner Unternehmen längst nicht mehr anzuhaften.

Für das laufende Jahr soll das Wachstum bei Ströer weitergehen. Das Unternehmen bestätigte den Ausblick, nachdem 2016 ein Ebitda zwischen 270 und 280 Millionen Euro erreicht werden soll – bei einem Jahresumsatz zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro.

Bild: Ströer