Felix Eckerle

Felix Eckerle verkauft seit 2013 auch Deo-Pads auf Amazon. Damit finanziert er nun sein neuestes Projekt Stubid.

Der Name, den Felix Eckerle seiner Plattform gegeben hat, irritiert erstmal. Stubid soll nicht etwa eine Abwandlung des englischen Wortes für „blöd“ sein, sondern eine Kombination aus den Begriffen „student“ und „bid“ (englisch für „Gebot“, „bieten“). Auf der Seite selbst heißt es, Studenten kämen hier „per Auktion zum Vorstellungsgespräch“. Ganz richtig ist das nicht. Denn versteigert wird hier (noch) nichts. Viel mehr bieten sich Studenten gegen Honorar als Kandidaten für Vorstellungsgespräche an. Wirtschaftsinformatiker Andreas beispielsweise möchte dafür von einem Unternehmen 25 Euro. Student Steven gibt sich schon mit einem Euro zufrieden.

Stubid

„Per Auktion zum Vorstellungsgespräch“? Eher nicht.

Doch sind Unternehmen überhaupt bereit, dafür zu zahlen? Felix Eckerle glaubt daran. „Gerade für den Mittelstand ist es schwierig, an qualifizierte Bewerber heranzukommen, von Praktikanten oder Werkstudenten ganz zu schweigen“, sagt er. Auf seiner Seite könnten sich diese Unternehmen ihre Reichweite selbst bestellen.

Bei dem vom Studenten festgelegten Preis für das Gespräch bleibt es allerdings nicht: Zahlen müssen die Firmen außerdem eine Service-Pauschale in Höhe von 25 Euro – an Stubid. Immerhin: Vor dem Kauf kann das Unternehmen dem Studenten weitere Fragen stellen: Ist er überhaupt bereit, für den Job in eine andere Stadt zu ziehen? Beherrscht er ein bestimmtes Content Management System? Die Kontaktdaten würden erst bei „Bestellung“ ausgetauscht.

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Zu den auf der Seite angekündigten Auktionen sagt Eckerle, er wolle Stubid unter Studenten nun erst einmal bekannter machen. Wenn er damit erfolgreich sei, könne er sich vorstellen, statt des Sofortkaufs echte Versteigerungen einzuführen. Bislang ist die Zahl der Studenten und Absolventen, die sich auf der Seite anbieten noch überschaubar. Und auch die Unternehmen müssen offenbar erstmal überzeugt werden. Eckerle räumt ein: Große Nutzerzahlen wie bekannte Jobbörsen habe die Plattform noch nicht. „Natürlich ist da Luft nach oben. Wir sind eben noch ganz am Anfang.“

In Radolfzell am Bodensee stemmt er das Projekt mit aktuell zwei freien Mitarbeitern, die Design und Programmierung für ihn übernehmen. Eckerle, der 24 ist, verkauft unter dem Namen „Golden Pads“ auch Deo-Produkte über Amazon. Über dieses laufende Geschäft finanziert er nun Stubid, das seit Ende Oktober 2015 online ist.

Bild: Felix Eckerle