13 Studenten, 5 Tage, 1 Produkt

Studenten der TUM und LMU entwickeln in einer Woche ein Produkt – unter Hochdruck

Google, Facebook, Youtube, Microsoft oder Apple – was ist diesen Firmen gemeinsam außer ihrem Erfolg? Alle wurden von Studenten gegründet und stammen aus den USA. Ähnliche Erfolgsstories findet man in Deutschland leider selten. Zwar wird den Studenten tiefes fachliches Wissen in Informatik und Wirtschaftswissenschaften vermittelt – aber in welcher Vorlesung lernt man wie man Unternehmer wird? Wie entwickle ich ein Produkt? Wer sind die richtigen Leute? Wie vermarkte ich meine Ideen?

Über all diese Fragen kann man lange nachdenken. 13 Studenten aus München springen stattdessen ins kalte Wasser – und denken nicht nur über ihre gemeinsame Idee nach sondern setzen sie um – innerhalb von 6 Tagen. Der Kurs heißt CenterVenture und wird einmal im Jahr vom Center für Technologie und Management (CDTM) – einer gemeinsamen Einrichtung der TU und LMU München veranstaltet. Das Entwicklungsteam besteht aus Studenten verschiedener Fachrichtungen: Ingenieure, Informatiker, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler arbeiten Hand in Hand um die Idee zu verwirklichen – vom ersten Brainstorming bis zum fertigen Produkt.

Dieses Jahr haben sich die Studenten dazu entschlossen „TokTok“ ins Leben zu rufen (www.toktok.me). TokTok zielt darauf die virtuelle Welt enger mit der Realität zu verknüpfen. Nutzer, die TokTok auf ihrem Mobiltelefon installiert haben, können unter anderem herausfinden welcher ihrer Freunde sich gerade in der Nähe befinden und mit diesen Kontakt aufnehmen – virtuell oder im richtigen Leben. Dabei greifen die Entwickler auf die offene Programmierschnittstelle von Facebook zurück- weltweit eines der größten sozialen Onlinenetzwerke. Die Ortung der Benutzer wird durch ein Framework namens Aloqa unterstützt. Diese Kombination ist bisher einzigartig und das Team erhofft sich dadurch viele Vorteile. So muss man keine neue Community aufbauen sondern kann auf der Basis der weltweit 100 Millionen Facebooknutzer aufbauen. Und Aloqa unterstützt eine kosten- und energieeffiziente Nutzerortung sowie Kommunikation durch Broadcastnachrichten.

In der Woche gehen die Studenten an ihre Grenzen. Jede Arbeitsgruppe (technische Programierer, Designer, Produktstrategen) hat klar definierte Arbeitsgruppen und nicht immer läuft alles nach Plan. Als Bernhard Zeisl, Student der TU, um ein Uhr nachts die Frage gestellt wird, wann er den plant zu gehen, antwortet er: „Wenn des fertig is…“. So wurde auch die letzte Nacht komplett durchgemacht. Und dennoch, trotz schwieriger Moment und schlafloser Nächte, am Ende überwiegen die Begeisterung und der Stolz, etwas Bleibendes geschaffen zu haben.

TokTok wurde gestern fertig gestellt und Nutzer können den kostenlosen Service ab sofort in Anspruch nehmen. Vorausgesetzt wird lediglich ein Facebookprofil und ein Java fähiges Mobiltelefon. Die Dokumentation der Entwicklung ist unter centerventure2008.blogspot.com festgehalten.