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Laut Syndy-Studie hat das Rocket-Startup ShopWings das Potential den Markt zu verändern.

An der Spitze des deutschen Online-Lebensmittelhandels steht kein Berliner Startup – sondern ein Altbekannter: Edeka. Der größte Lebensmittelhändler Deutschlands bedient etwa ein Siebtel (14,5 Prozent) des Marktes. Auf dem zweiten Platz steht der Konkurrent Rewe mit 13,2 Prozent.

Aus Angst vor Versandhändlern wie Amazon sind die Konzerne in den Online-Markt eingestiegen, befindet eine neue Studie des Startups Syndy zum europäischen und US-amerikanischen Online-Lebensmittelmarkt. Das Startup hat die umfangreichen Daten dafür etwa von Eurostat oder dem Centre of Retail Research zusammengestellt und bewertet. Die eigentliche Dienstleistung des niederländischen Unternehmens ist das Sammeln von Produktinformationen für Online-Shops.

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Die Studie zeigt das Bild eines schwierigen Marktes: Weniger als ein Prozent ihrer Lebensmittel kaufen die deutschen Kunden online. In Großbritannien haben die Online-Händler einen Anteil, der mehr als viermal so hoch ist (4,4 Prozent).

Doch im vergangenen Jahr hat sich eine Wende angedeutet. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Um 38 Prozent ist der deutsche Markt im vergangenen Jahr gewachsen, bei einem Volumen von zwei Milliarden Euro. Laut Studie ist dafür vor allem das Online-Engagement des Einzelhändlers Rewe verantwortlich. Das Kölner Unternehmen konnte 2014 seine Online-Verkäufe vervierfachen und liefert nun in 63 Städte.

  • Die US-Unternehmen Amazon und Ebay spielen eine wichtige Rolle im deutschen Online-Lebensmittelmarkt. Und das, obwohl sie keine frischen Produkte anbieten. „Kunden bevorzugen diese internationalen Player, weil sie eine größere Produktauswahl bieten“, heißt es in der Studie. Spezialitäten aus anderen Ländern seien auf den Plattformen beispielsweise leicht zu finden.

  • Außerdem bleibt die Angst vor Amazon. Das US-Unternehmen hatte angekündigt seinen Lebensmitteldienst AmazonFresh auch in Deutschland auszurollen. „Allein die Ankündigung hat die traditionellen Einzelhändler dazu gebracht zu reagieren“, heißt es in der Studie.

  • Auch Startups besitzen das Potential den Markt zu verändern. Die Studie hebt dabei das Rocket-Unternehmen ShopWings hervor. „ShopWings steht davor, den deutschen Online-Lebensmittelhandel auf ein nächstes Wettbewerbslevel zu bringen“, schreiben die Studienautoren. Mit Tengelmann ist einer der traditionellen Lebensmittelhändler bei dem Berliner Startup als Investor an Bord.

  • Als Marktbarrieren werden die Preiskämpfe im deutschen Lebensmittelmarkt ausgemacht. Auch die hohe Marktsättigung sei mit dafür verantwortlich, dass der Online-Lebensmittelhandel bislang so einen kleinen Marktanteil besitzt.

  • Das Wachstum gehe trotzdem weiter. So heißt es in der Studie: „Die Verbraucher werden nach und nach ihr Verhalten ändern und Online-Lebensmittel als die neue Norm akzeptieren.“ Künftig würden sie nicht nur Luxuswaren und importierte Produkte online bestellen, sondern auch Dinge des täglichen Bedarfs. Der Markt werde im kommenden Jahr auf insgesamt drei Milliarden Euro wachsen.

Bild: Rocket Internet