Entwicklung Outsourcing Tipps

Wie stehen deutsche Softwareentwickler im internationalen Vergleich dar? Wie viel verdienen sie? Und wie viele Frauen gibt es in der Szene?

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Auf diese Fragen hat das Jobportal für Softwareentwickler, Stack Overflow Careers, Antworten gefunden: In einer Studie wurden mehr als 26.000 Softwareentwickler aus 157 Ländern zu Themen wie Ausbildung, Verdienst oder Skills befragt. Die meisten der Antworten kamen aus den USA (4.700), Indien (2.500), Großbritannien (2.400), Deutschland (2.000) und Polen (832).

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Die befragten Softwareentwickler verdienen in Deutschland durchschnittlich 53.376 US-Dollar im Jahr. Das ist deutlich weniger als in den USA (89.631 US-Dollar) oder in Großbritannien  (68.860 US-Dollar). In Frankreich verdienen Entwickler allerdings noch weniger, nämlich 47.033 US-Dollar.
  • Immer wieder ist die schlechte Frauenquote im Entwickler-Segment im Gespräch, global liegt sie laut Studie bei vier Prozent. Etwas mehr Frauen finden sich in den USA (fünf Prozent), während Deutschland mit drei Prozent unter dem Durchschnitt liegt. Auch Schweden kann nur etwas mehr als zwei Prozent an Entwicklerinnen vorweisen. Interessant: In Indien sind 15 Prozent der Entwickler weiblich.
  • Obwohl diese Zahlen noch niedrig sind, deuten sie laut Stack darauf hin, dass immer mehr Frauen den Schritt in die Software-Entwicklung wagen. 16 Prozent der arbeitenden Entwicklerinnen haben weniger als ein Jahr IT- oder Programmiererfahrung, bei den Männern sind es sechs Prozent. Zwei Drittel der weiblichen Entwickler verfügen über weniger als fünf Jahre Erfahrung in dem Bereich, während nur die Hälfte der Männer weniger als fünf Jahre Erfahrung haben.
  • In Deutschland haben fast 46 Prozent der Entwickler keine formale Ausbildung genossen, sondern erlernten Softwareentwicklung im Selbststudium. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 42 Prozent.
  • 23,5 Prozent der Software-Entwickler arbeiten in Deutschland in der Softwarebranche, gefolgt von den Bereichen E-Commerce, Beratung und Web-Services. Im Gegensatz zum globalen Durchschnitt sind in Deutschland weniger Entwickler in der Finanzdienstleistungen tätig (knapp vier Prozent, weltweit acht). Ist das ein weiteres Indiz dafür, dass deutsche Finanzinstitutionen die Digitalisierung immer noch scheuen?
  • Wer kann was? Insgesamt stieg die Anzahl der Full-Stack-Entwickler in den vergangenen drei Jahren an, 2014 gab es jedoch einen kleinen Einbruch (2013 etwa 23 Prozent, 2014 etwas über 18 Prozent, 2015 25 Prozent). Die Anzahl der Frontend-Entwickler wuchs in diesen Jahren stetig (2013 knapp drei Prozent, 2014 über drei Prozent, 2015 mehr als vier Prozent). Die Anzahl der Desktop-Entwickler und Backend-Webentwickler waren im gleichen Zeitraum rückläufig.
  • Mehr als 80 Prozent der weltweit Befragten gab an, dass sie in Vollzeit beschäftigt sind. Fünf Prozent arbeiten in Teilzeit und elf Prozent als Freiberufler. Nur zwei Prozent der befragten Entwickler bezeichneten sich als arbeitslos. Deutschland: Mehr als 58 Prozent sind Vollzeit-Beschäftigte. Diese niedrige Zahl ergebe sich laut Stack durch die hohe Zahl der Studierenden (25 Prozent), die an der Studie teilgenommen haben. Nur anderthalb Prozent der deutschen Befragten gaben an, arbeitslos zu sein.
Bild: © panthermedia.net / Rancz Andrei