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Blick ins Hamburger Stuffle-Büro

Stuffle bekommt frische Millionen

Die Hamburger Flohmarkt-App Stuffle angelt sich einen potenten Partner: Immobilienscout übernimmt die Mehrheit der Anteile an dem Startup, das 2012 als Projekt der Hamburger Szenegrößen Heiko Hubertz und Nico Lumma startete. Für „etwas mehr als 50 Prozent“ investiert die Berliner Immobilienplattform einen mittleren Millionenbetrag, wie die Wirtschaftswoche berichtet.

Hubertz’ Beteiligungsfirma Digital Pioneers, die zuletzt 14 Prozent der Anteile hielt, sowie der High-Tech Gründerfonds, der Anfang 2013 einen sechsstelligen Betrag investierte, haben im Zusammenhang mit der Übernahme ihre Anteile abgegeben.

Die übrigen Altinvestoren bleiben jedoch an Bord. Zu den Gesellschaftern zählen neben Gründer Morten Hartmann und den Business Angels Mehrdad Piroozram und Jeremy Abbett die Sedo-Gründer Ulrich Priesner und Tim Schumacher, der Ende 2012 einen sechsstelligen Betrag investierte. Im Oktober 2013 stieg zudem Tivola Ventures, die Digitalsparte der SPD-Medienholding DDVG, bei den Hamburgern ein.

Die Millionen von Immobilienscout will Stuffle in die Entwicklung und Vermarktung des Produkts sowie die Expansion in neue Märkte investieren.

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Ansonsten erhoffen sich die beiden Unternehmen vor allem einen doppelten Know-how-Transfer von dem Deal: Stuffle will von Immoscout das Geldverdienen lernen. Die Immobilienplattform, die mit 520 Angestellten in einer anderen Liga spielt als Stuffle mit seinen 16 Mitarbeitern, hofft hingegen auf Synergien mit bestehenden Geschäftsbereichen.

„Warum sollte es künftig nicht möglich sein, über Stuffle auch gebrauchte Autos anzubieten oder einen Nachmieter zu suchen?“, zitiert die Wirtschaftswoche Christoph Monnet, bei Immoscout für Business Development verantwortlich. Stuffle sei „ein wachstumsstarker Player im mobilen Kleinanzeigengeschäft mit einer großartigen Expertise im Mobile-Bereich“, lobt Monnet.

Stuffle hofft dagegen auf Unterstützung beim Ausbau seines Erlösmodells: „Immobilienscout ist einer der Player, die die Monetarisierung am besten hinbekommen“, so Gründer Morten Hartmann. Stuffle verdient bislang an Kommissionen bei Zahlungen über Paypal und Versand mit DHL. Die Nutzer zahlen bei Stuffle nur für prominentere Platzierungen ihrer Anzeigen, was zwischen einem und vier Euro kostet.

Derzeit nehme das Startup „monatlich einen fünfstelligen Betrag ein“, so Hartmann. Von 800.000 Menschen, die die App bislang heruntergeladen haben, nutzen 250.000 den Service regelmäßig. Bislang wurden Waren im Wert von mehr als fünf Millionen Euro über Stuffle verkauft.

Bild: Stuffle