Die Disruption der Buchhaltung?

Jan Deepen und Stefan Jeschonnek sind in der hiesigen Startup-Szene bekannt. Der Grund: ihr Fintech-Startup SumUp. Der Bezahldienstleister ist in 15 Ländern aktiv, hat mehr als 100 Mitarbeiter und wurde mit 50 Millionen Euro Risikokapital finanziert – unter anderem vom Star-Investor Klaus Hommels und dem Kreditkartenriesen American Express.

Mit der Technologie des 2012 in Berlin gegründeten Unternehmens können Händler Kartenzahlungen mit ihren Smartphones oder Tablets akzeptieren. Neben Deepen und Jeschonnek waren auch Daniel KleinPetter Made und Marc Christ an der Gründung beteiligt.

Doch im August 2014 wurde bekannt, dass Deepen und Jeschonnek bei SumUp aussteigen. „Stefan Jeschonnek und ich ziehen uns aus dem operativen Geschäft zurück, da wir die größten Herausforderungen der Startup-Phase erfolgreich gemeistert haben“, begründete Deepen diese Entscheidung damals gegenüber Mobilbranche.de.

SumUp- und Zeitgold-Gründer Stefan Jeschonnek 2013

Nun haben sich die beiden wieder zusammengetan, um ein Startup zu gründen. Wie im Handelsregister zu sehen ist, wurde die Zeitgold GmbH offiziell im Oktober vergangenen Jahres in Berlin ins Leben gerufen. Der Isreali Yaacov Ori Eldar stieß kurze Zeit später dazu und ist ebenfalls als Geschäftsführer eingetragen. Die Anteile am Jungunternehmen sind unter den drei Machern aufgeteilt.

Das Startup plant, kleinen und mittleren Unternehmen bei der digitalen Umsetzung der Buchhaltung zu helfen, wie Deutsche Startups berichtet.

Von dem 33-jährigen Jeschonnek heißt es auf Nachfrage von Gründerszene, Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern könnten so „ihre gesamten administrativen Aufgaben für das Geschäft zwischendurch auf dem Smartphone erledigen und dabei zu jedem Zeitpunkt den Überblick über ihre Finanzen behalten.“ Solche administrativen Aufgaben seien zum Beispiel die Finanzbuchhaltung, aber auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Steuerberatungen.

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In Berlin und Tel Aviv arbeite das Team derzeit an der Technologie für die Umsetzung, sagt Jeschonnek. Bisher befände sich der Service in einer Testphase mit ausgewählten Kunden.

Der 38-jährige Deepen hat laut seines LinkedIn-Profils in der Vergangenheit an der bekannten Gründer-Hochschule WHU studiert. Jeschonnek hingegen besuchte die renommierte Schweizer Universität St. Gallen. Beide arbeiteten zeitgleich bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group.

Auch andere Köpfe der hiesigen Startup-Szene beschäftigen sich mit der Digitalisierung von Buchhaltung. Ende vergangenen Jahres erhielten die zwei früheren Epic-Chefs Uli Erxleben und Janosch Novak für ihr Startup Smacc Geld von Rocket Internet. Auch die Berliner Unternehmen Albus White und Reviso bieten Buchhaltungstools.

Bild: Gettyimages / Image Source; Bild im Text: Gründerszene