„Es gibt bei uns drei Fokusthemen: Telcos, Energie und Retail“, erklärt Mila-Gründer Manuel Grenacher gegenüber Gründerszene.

Zu den Details halten sich beide Unternehmen bedeckt: Weder der schweizerische Telekomanbieter Swisscom noch das von ihm übernommene Startup Mila wollen verraten, wie viel Geld für den Mehrheitsanteil an der Community-Plattform geflossen ist. Aus Unternehmenskreisen ist allerdings zu hören, dass es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln soll.

Mila ist ein Marktplatz, auf dem Nutzer vor allem bei technischen Problemen Hilfe in ihrer Nachbarschaft suchen, buchen und bewerten können. Auf der anderen Seite sollen Unternehmen die Plattform nutzen, erklärt Mila-Gründer Manuel Grenacher gegenüber Gründerszene, um eine Dienstleistungs-Community rund um ihre Produkte aufzubauen oder ihr Serviceangebot zu erweitern. Das Netz umfasse derzeit gut 1500 Personen, die monatlich rund 1000 Aufträge erledigten.

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Bewusst grenzt Mila dabei das Spektrum ein: „Es gibt bei uns drei Fokusthemen: Telcos, Energie und Retail“, sagt Grenacher. Dabei werden zum Aufbau der Community hauptsächlich die Kanäle ersterer genutzt. Gegründet wurde Mila im Jahr 2013 als Spin-off des Softwareunternehmens Coresystems – auch eine Gründung Grenachers. Bereits zum Start wurde das Unternehmen mit drei Millionen Schweizer Franken ausgestattet, insgesamt flossen 9,7 Millionen Schweizer Franken (rund neun Millionen Euro) in das Unternehmen. Das Startup hat Standorte in Berlin und Zürich.

„Swisscom war einer der ersten und ist vor allem unser größter Kunde“, sagt Grenacher. Seit zwei Jahren betreiben beide Unternehmen gemeinsam die Plattform Swisscom Friends, auf der die Kunden des Konzerns Unterstützung suchen oder anbieten können. „Das war ein echtes Vorzeigeprojekt, um neue Kunden gewinnen zu können“, so Grenacher weiter.

Der Telekom-Anbieter will die Plattform nun ausbauen: Künftig sollen die hauseigenen Serviceleistungen beim Kunden vor Ort mit den „Swisscom Friends“ auf der Plattform von Mila zusammengebracht und mit zusätzlichen akkreditierten Elektro- und IT-Partnern ergänzt werden.

Mit dem Exit gibt es auch personelle Veränderungen bei Mila. So leitet Christian Viatte, bisher Head of Service Experience & Innovation bei Swisscom, künftig als neuer CEO das operative Geschäft des Digitalunternehmens. Grenacher will Mila als Präsident des Verwaltungsrates und als Stratege erhalten bleiben. Gleichzeitig wird er wieder CEO bei Coresystems. In dieser Position will er bald in die USA gehen, um dort die Geschäfte sowohl von Mila als auch von Coresystems voranzutreiben. Dort probieren Anbieter wie Amazon zwar bereits ähnliche Konzepte aus, „einen echten, direkten Konkurrenten haben wir aber nicht auf dem Schirm“, sagt Grenacher.

Diesseits des Atlantiks soll Mila verstärkt Kunden in weiteren Ländern Europas gewinnen, erklärt der Gründer. Damit dürfte er wohl auch auf die Swisscom-Kooperationspartner Orange oder Vodafone anspielen. Heute arbeiten neben Swisscom etwa Vodafone Deutschland oder der Online-Fachhändler Brack mit der Plattform von Mila.

Bild: Manuel Grenacher