Colleagues in office sharing pizza

Die Mutter des Lieferdienst-Portals Lieferando will an die Börse – und das noch diesen Monat, wie Takeaway nun bekannt gibt. Das niederländische Unternehmen veröffentlichte am Montagmorgen weitere Zahlen zu dem geplanten IPO. So wird der Preis der Aktien zwischen 20,50 und 26,50 Euro liegen.

Insgesamt rechnet Takeaway bei dem Börsengang mit einer Marktkapitalisierung zwischen 904 Millionen und 1,1 Milliarden Euro. Neben den bestehenden Anteilen werden mehr als 8,5 Millionen neue Aktien ausgeschüttet. Durch den IPO erhofft Takeaway sich Bruttoerlöse von 350 Millionen Euro. Der erste Handelstag soll bereits am 30. September sein.

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Die hohe Bewertung ist ein Vielfaches des Umsatzes, den Takeaway zuletzt erzielen konnte: Insgesamt setzte das niederländische Unternehmen im ersten Halbjahr 2016 etwa 50,5 Millionen Euro um. Der Verlust lag gleichzeitig bei 11,5 Millionen Euro. Das Unternehmen scheint darauf zu hoffen, dass Investoren an das Wachstumspotential glauben. Zum Vergleich: Im Vorjahr setzte Takeaway in den ersten sechs Monaten etwa 35 Millionen Euro um – bei einem Verlust von 12 Millionen Euro. Derzeit wächst also der Umsatz deutlich, ohne dass sich die Verluste erhöhen.

Im niederländischen Heimatmarkt arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben profitabel und verbuchte im ersten Halbjahr 2016 einen operativen Gewinn von 16 Millionen Euro. Im deutschen Markt zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Hier lag der Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zwar bei 16,5 Millionen Euro. Der Verlust aber betrug gleichzeitig 17,9 Millionen Euro. Damit war er drei Millionen Euro höher als im Vorjahreszeitraum.

Das defizitäre Ergebnis für Deutschland liegt sicherlich auch an der Werbe-Schlacht mit der Konkurrenz aus Berlin, dem Lieferdienst-Vermittler Delivery Hero. Im vergangenen Jahr gaben beide Unternehmen insgesamt etwa 60 Millionen Euro fürs Marketing aus. Wie Takeaway nun veröffentlichte, flossen im ersten Halbjahr 2016 bereits 36 Millionen Euro in die Werbung.

Takeaway, das im Jahr 2000 startete, ist abgesehen von Deutschland und den Niederlanden auch in Belgien, Polen, Österreich, Frankreich, Luxemburg, Portugal, der Schweiz und Vietnam aktiv, und beschäftigt 500 Mitarbeiter.

Bild: Westend61