Ein Beitrag von Martin Gardt, Redakteur bei OnlineMarketingRockstars.de.

Wir erzäh­len hier ja öfter Geschich­ten von Men­schen, die ohne viel Auf­wand sehr viel Geld im Inter­net ver­die­nen. So ist das auch bei Derek, einem jun­gen Ame­ri­ka­ner, der zwar all unsere Fra­gen beant­wor­tet, aber sei­nen Namen doch lie­ber nicht im Netz lesen möchte. Denn sein Geschäfts­mo­dell lässt sich so leicht kopie­ren, dass Ihr auch gleich damit star­ten könn­tet – sei­nen Markt will er sich aber nicht strei­tig machen las­sen. In acht Mona­ten hat er 600.000 US-Dollar Umsatz gemacht, 180.000 Dol­lar Gewinn blei­ben übrig. Was er dazu gebraucht hat? Facebook-Targeting und das T-Shirt-Portal Tee­spring. Wie genau Derek damit so viel Geld ver­die­nen konnte, erklä­ren wir Euch hier.

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Der junge Ame­ri­ka­ner reist im letz­ten Jahr als digi­ta­ler Nomade durch die Welt und ist als Unter­neh­mer immer auf der Suche nach neuen Geschäfts­ideen. Dann trifft er vor acht Mona­ten einen Online Mar­ke­ter, der ihm eine Platt­form mit viel Poten­zial zeigt: Tee­spring. Hier kann jeder ein eige­nes T-Shirt gestal­ten und den Preis und ein Ver­kaufs­ziel (Anzahl an ver­kauf­ten Shirts) fest­le­gen. Erreicht die Kam­pa­gne nicht genug Käu­fer, wird das T-Shirt gar nicht erst pro­du­ziert. Her­stel­lung, Ver­kauf und Ver­sand lau­fen bei erfolg­rei­chen Kam­pa­gnen dann kom­plett über das Por­tal (hier wird euch also noch mehr Arbeit abge­nom­men, als beim deut­schen Anbie­ter Spre­adshirt). Wer sein Design cle­ver ver­mark­ten kann, ver­dient schnell viel Geld: Bei einem Ver­kaufs­preis von etwa 25 US-Dollar errech­net Tee­spring einen Pro­fit von knapp 7.000 US-Dollar – wenn man 400 Shirts ver­kau­fen kann. Die Dif­fe­renz zu den ins­ge­samt erwirt­schaf­te­ten 10.000 US-Dollar streicht Tee­spring für den eige­nen Ser­vice ein.

Tee­spring macht aus T-Shirt-Verkäufern Millionäre

Nach eige­nen Anga­ben hat das Por­tal im letz­ten Jahr sechs Mil­lio­nen T-Shirts ver­kauft – seit der Grün­dung 2012 sol­len es über 12 Mil­lio­nen sein. 20 Kun­den ver­dien­ten laut Tee­spring mit Shirt-Kampagnen bereits über eine Mil­lion US-Dollar. Ganz soweit ist Derek noch nicht, aber er zählt mit sei­nen 600.000 US-Dollar Umsatz trotz­dem zur Spit­zen­gruppe. Ins­ge­samt hat der junge Ame­ri­ka­ner über 2.000 Teespring-Kampagnen gestar­tet. Errech­net man einen Durch­schnitt käme so ein Umsatz von 300 US-Dollar pro Kam­pa­gne zusam­men, aber das liegt vor allem an vie­len geschei­ter­ten Ver­su­chen: „Alle 50 Kam­pa­gnen ist eine dabei, die zwi­schen 5.000 und 10.000 US-Dollar Umsatz macht“, sagt er gegen­über Online Mar­ke­ting Rock­stars. Der Rest bringe manch­mal rein gar nichts. Der Auf­wand ist aber wie gesagt beschei­den. Für die Erstel­lung der ers­ten Kam­pa­gne vor acht Mona­ten brauchte Derek vier Stun­den, mitt­ler­weile beschäf­tigt er sogar Desi­gner, um mehr Shirts auf den Markt zu bringen.

Bei einer Teespring-Kampagne könnt Ihr den Preis und die geplante Verkaufszahl selbst angeben. Umso mehr geplante Verkäufe, desto mehr Geld bekommt Ihr pro Shirt.
Dereks bis heute erfolg­reichste Kam­pa­gne machte einen Umsatz von 33.000 US-Dollar, er will sich bedeckt hal­ten worum es ging, Nach­ah­mer sol­len nicht in die glei­che Bran­che sto­ßen, aber das Vor­ge­hen dürfte immer das glei­che sein. Das Geheim­nis des Erfolgs heißt Facebook-Targeting. Viele von Dereks Kon­kur­ren­ten im T-Shirt-Business nut­zen Face­book Pages, um den Ver­kauf anzu­kur­beln. Dazu braucht es nur eine Page mit einem gewis­sen (Nischen-)Thema und dann etwas Gestal­tungs­ge­schick. Luke Kling (ein ande­rer Teespring-Profi) zum Bei­spiel ver­wal­tet selbst einige Pages mit über 250.000 Likes, jedes Shirt stimmt er auf ein Thema einer der Pages ab und ver­mark­tet es dann direkt an die Ziel­gruppe dort. Typi­sche The­men: Tiere (Hun­de­fans, Kat­zen­fans, Kamel­fans), Kochen und alle ande­ren ver­rück­ten Hob­bys die­ser Welt.

Face­book Ads sind der eigent­li­che Verkaufsmotor

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Derek schätzt das Thema Facebook-Pages mitt­ler­weile gar nicht mehr als zen­tra­les Thema ein: „Du brauchst keine Likes auf einer Page mehr um den Traf­fic zu stei­gern, Face­book Ads lau­fen wie von selbst“, sagt er uns. Frü­her habe Derek ein paar Pages mit 10.000 bis 40.000 Fans gebaut, um seine Ent­würfe abzu­set­zen, das helfe aber nur bedingt. Er ent­wirft heute also ein Shirt zu einem bestimm­ten Thema, legt Preise fest und ver­mark­tet es ganz unab­hän­gig per Facebook-Werbung an die Ziel­gruppe, schließ­lich lässt sich die mit Tools wie dem Power Edi­tor genau tar­ge­ten. So gelangt also sein Hun­des­hirt in die Time­line von Hun­de­lieb­ha­bern und das „Mama ist die beste Köchin“-Shirt zu lie­be­vol­len Teen­agern. Tee­spring selbst gibt hilf­rei­che Tipps für Neu­ein­stei­ger in die T-Shirt-Branche. Und auch der Schwei­zer Reto Stu­ber ist erfolg­reich mit dem Geschäfts­mo­dell und hat mitt­ler­weile sogar einen Online-Kurs für Ein­stei­ger ent­wi­ckelt.

Ein Beispiel für eine Teespring-Kampagne auf einer Facebook Page ("I Love My Chickens").
Erfolg­rei­che Teespring-Kampagnen kann Derek immer wie­der star­ten und so mit dem glei­chen Pro­dukt dop­pelt absah­nen. In Deutsch­land ist diese Art Geld zu ver­die­nen noch rela­tiv unbe­kannt, dabei ist das auch hier kein Pro­blem. Das fran­zö­si­sche Start-up Tee­zily bie­tet das Teespring-Modell hier­zu­lande an (es ist dem US-Vorbild doch sehr ähn­lich). Nach eige­nen Anga­ben haben die Fran­zo­sen bis­her über 90.000 Shirt-Kampagnen umge­setzt. Jetzt drängt aber auch Tee­spring nach Europa. Zumin­dest ist das US-Start-up schon auf Deutsch ver­füg­bar. Das Unter­neh­men konnte bis­her über 50 Mil­lio­nen US-Dollar Inves­ti­tio­nen ein­sam­meln – unter ande­rem von And­rees­sen Horo­witz. Eine Expan­sion ist fest geplant, ein Office in Lon­don ein­ge­rich­tet. Wer jetzt bei die­sem Trend dabei ist, könnte bald übri­gens noch mit ande­ren Din­gen han­deln. Die Infra­struk­tur für den Ver­kauf von Community-Produkten ist bei Tee­spring schon da, die Grün­der über­le­gen jetzt, die Pro­dukt­pa­lette aus­zu­wei­ten. Freut Euch also auf bedruckte Tas­sen und Auf­kle­ber, die dürf­ten über Face­book auch wie­der gut laufen.

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