Telenav Skobbler Navigation Exit

Skobbler: Verkauf an Telenav für 24 Millionen US-Dollar

Exit in Berlin: Der Navigations-Anbieter Televav übernimmt das 2008 gegründete Startup Skobbler (www.skobbler.de). Zusammen will man nun „das enorme Potential von OpenStreetMap auszuschöpfen, um so die bestmögliche Navigationserfahrung für mobile Endgeräte und Connected Cars auf der ganzen Welt anbieten zu können“, erklärt Skobbler auf der eigenen Startseite.

Das von Peter Scheufen, Philipp Kandal, Oliver Kühn und Marcus Thielking gegründete Startup hat seinen Sitz in Berlin, entwickelt wird allerdings in Rumänien. Durch ein Bündnis mit der Initiative OpenStreetMap hatte das Team sich bereits 2010 daran gemacht, eine auf offenem Quellmaterial basierende Alternative zu Google Maps zu bieten.

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Die Exit-Summe setzt sich zusammen aus 19,2 Millionen US-Dollar in Barmitteln, dazu kommen 4,6 Millionen Dollar in Stammaktien des neuen Eigentümers aus dem kalifornischen Sunnyvale. Das US-Unternehmen will mit der Übernahme seine Expansion in weitere Märkte vorantreiben.

Gegenpol zu Googles Waze

Der Zukauf ist sicherlich vor dem Hintergrund der Übernahme des sozialen Navi-Dienstes Waze durch Google zu sehen. Der Suchmaschinengigant, der mit Maps bereits über eigenes detailliertes Kartenmaterial verfügt, hatte Waze Mitte vergangenen Jahres für offenbar 1,3 Milliarden US-Dollar übernommen. Seitdem wurde Skobbler als Übernahmekandidat gehandelt.

Vom großen Wettbewerber will sich Telenav mit dem Skobbler-Deal durch die Verwendung von quelloffenem Kartenmaterial absetzen. „Ihre Karten“, wirbt das Unternehmen gegenüber dem Nutzer. Die Karten von Waze werden ebenfalls durch die Nutzer generiert. Allerdings geht das Material anschließend in den Besitz des Anbieters über – sprich: nun Google.

Die Exits der vergangenen Monate im Überblick:

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Im April war die Vielflieger-App Flying nach einer fehlenden Anschlussfinanzierung getrauchelt. In seinem Blog hatte das Flying-Team den Offlinegang bereits angekündigt. Im Juli dann die Wende: Flying schaffte einen Exit an US-Investor Rob W. Armstrong und die dahinterstehenden Investorengruppe. Das 2012 in Hamburg gegründete Unternehmen wanderte nach der Übernahme in die USA. Flying-CEO Panos Meyer zog sich aus dem operativen Geschäft zurück, neuer CEO wurde Armstrong. Bild: Flying-Team; Quelle: Seat4a/Flickr

 

Bild: © panthermedia.net Josef Müller