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Frank Thelen ist durch die Höhle der Löwen inzwischen ein TV-Profi geworden

Während die Ausstrahlung der letzten Staffel nur wenige Monate zurück liegt, drehen die TV-Löwen Ralf Dümmel, Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen und Neuzugang Dagmar Wöhrl bereits für die nächsten Staffel.

Im Gründerszene-Interview spricht Thelen darüber, was die neue Staffel bringt – und was sich unbedingt ändern muss. Und das betrifft vor allem die Gründer.

Frank, die Dreharbeiten zur neuen Staffel der „Höhle der Löwen“ haben gerade begonnen. Kannst Du schon ein wenig davon erzählen?

Details darf ich natürlich nicht verraten. Was ich aber sagen kann: Die Gründer, die sich den Löwen präsentieren, werden immer besser. In den ersten Drehtagen haben wir wirklich viele starke Unternehmer und Produkte gesehen, bisher bin ich begeistert.

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Und bei den Löwen?

Auch die entwickeln sich weiter. Jeder Löwe hat gelernt und sein Team und seine Kompetenz ausgebaut. Judith Williams hat zum Beispiel eine starke Influencer-Marketing-Plattform aufgebaut, die – wenn es passt – Gründer und Produkte sehr effektiv pushen kann. Für mich waren die Bereiche Food und Mode in der ersten Staffel komplett neu. Mittlerweile haben wir drei wirklich erfolgreiche Food Startups und gefühlt spreche ich mehr mit Real, Edeka und REWE als mit Google. Wir haben Standard-Lösungen für Hosting, Shop, Payment und Logistik aufgebaut, die wir in wenigen Wochen ausrollen können.

Verstehen sich die fünf Löwen in der neuen Staffel? In der Vergangenheit hatte es ja durchaus deutliche Spannungen gegeben.

Du beziehst Dich sicher auf die unterschiedlichen Medienberichte. Judith hat sich ja auch gerade im Focus dazu geäußert. Auf den fünf Stühlen der Show werden immer „Alpha-Tiere” sitzen, aber jeder von uns muss auch wissen, wo seine Grenzen in dieser Gruppe sind. Ich freue mich, dass in der vierten Staffel nun zwei Frauen und zwei Männer neben mir sitzen, die unterschiedliche Stärken und Ansätze haben und es bisher keine Spannungen gab. Mehr noch, wir haben Spaß und kämpfen fair um die besten Deals.

Was erwartet die Zuschauer thematisch?

Dazu lässt sich nicht viel sagen, die Dreharbeiten haben ja erst angefangen. Mit Internet of Things oder Blockchain sind technische Themen dabei, die bislang etwas unterbesetzt waren. Insgesamt wird es aber wieder eine breite Palette an Ideen geben, das gehört auch zum Konzept der Show: Vom Frauenschuh über Dildos oder Chemie bis zu Fintech ist alles möglich. Das ist ja auch der Charme der Sendung.

Und was muss sich aus Deiner Sicht noch verbessern im Vergleich zur letzten Staffel?

Nicht nur die Löwen beurteilen die Gründer. Sondern die Gründer müssen auch die Löwen kritisch prüfen. Sie sollten uns spezifisch Fragen stellen: Wie wirst Du mein Team mit mir aufbauen? Wie sehen die nächsten 100 Tage mit Dir als Investor aus? Es ärgert mich, wenn ein Investor viel verspricht und sich dann persönlich nicht kümmert oder eine Agenda hat, die das Unternehmen nicht voran bringt. Jeder Gründer sollte sich vorher mit seinem Investor befassen. Wie nachhaltig, hat er andere Startups aufgebaut? Wo stehen seine Unternehmen nach 3-4 Jahren?

Woran liegt das?

Wahrscheinlich wird das in der Aufregung tatsächlich vergessen. Am Anfang gab es ja auch gar nicht so viele Angebote, da musste man schon glücklich sein, überhaupt einen der Löwen gewonnen zu haben. Mittlerweile gibt es aber viel häufiger Investments. Und da muss man als Gründer auch selbstbewusst sein. Natürlich sind es häufig auch unerfahrene Unternehmer und dann stehen sie auch noch vor der Kamera. Aber ich glaube, wenn einer mal damit anfängt nachzufragen, werden wir das danach oft sehen. Starke Gründer verlangen vom Investor mehr als nur Geld. Das sehe ich ja auch bei meinen Investments außerhalb von #DHDL, die Gründer haben sich informiert und wollen sehr genau wissen, welche Leistung wir neben dem Geld einbringen und wie wir uns in schwierigen Phasen verhalten haben.

Die Löwen können natürlich viel versprechen – und dann passiert am Ende nichts, wie es ja auch mit ganzen Deals schon der Fall war.

Gerade deswegen sollte ich mich ja vorher informieren, mit wem ich es zu tun habe. Wenn ein Löwe seine Versprechen in der Vergangenheit gehalten hat, stehen die Chancen wohl auch für die Zukunft nicht schlecht. Bislang kommen solche Nachfragen gar nicht und das verwundert mich, da ein Investment länger hält als die durchschnittliche Ehe in Deutschland.

Liegt das auch daran, dass sich die Gründer von der Show gar nicht mehr versprechen als die Publicity und ein paar Euro Investment?

Das wäre sehr dumm. Wir investieren mittlerweile substanzielle Summen und haben sehr starke Löwen, die wirklich helfen können. Die Gründer sollten sich nur damit befassen, wer zu Ihnen passt.

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Wo siehst Du die Stärken der jeweiligen Löwen?

(lacht) Dazu will ich natürlich nichts sagen, da müssen sich die Gründer ihre Gedanken schon selbst machen.

Dann lass mich anders fragen: Was sind Deine Schwächen als Investor?

Es gibt bestimmt in der Runde den einen oder anderen Löwen, der mehr Kapital zur Verfügung hat, als ich es habe. Aber auch das hat sich in der Vergangenheit nicht unbedingt als negativ ausgewirkt, wie meine bisherigen Deals aus allen Staffeln zeigen. Wir benötigen zwingend starke Gründer mit denen wir Team, Produkt und die gesamte Firma aufbauen können. Wir können und wollen keine Produkte in einer eigenen Maschine ohne Gründer aufbauen. Wir wollen nicht über 25 Prozent halten, da wir kein Interesse an Kontrolle haben. Wer einen Deal mit mir macht, muss also bereits sein, echter Unternehmer zu werden und dies kann ein schmerzhafter Prozess sein.

Wer kann die beste Unterstützung in „schweren Lebenslagen“ geben? Immerhin läuft ja nicht immer alles wie geschmiert.

Natürlich gibt es einige, die besser coachen können als andere. Wenn einem Gründer das wichtig ist, kann er das aber einfach herausfinden. Es gibt ja eine ganze Reihe an DHDL-Startups, die schwere Zeiten durchgemacht haben. Auch bei meinen Investments.

Frank, vielen Dank für das Gespräch!

Bild: Vox