Wenn die Konzentration nachlässt…

Ein Beitrag von Stephan Derr, Vorstand des Büromöbelherstellers Steelcase Werndl AG.

Alle drei Minuten wird ein Büromitarbeiter im Durchschnitt unterbrochen oder abgelenkt. Und 23 Minuten braucht er, um sich danach wieder der ursprünglichen Aufgabe zuzuwenden. Grund genug zu lernen, wie Konzentration und Effizienz bei der Arbeit gesteigert werden können.

Einfach mal aus dem Fenster schauen

Die besten Einfälle kommen oft, wenn die Gedanken abschweifen – vor dem Schlafengehen oder unter der Dusche. Das Gehirn verarbeitet dann Informationen im Hintergrund und bildet neue Aktivierungsmuster. Also: Bewusst an etwas ganz anderes denken, um sich dann wieder mit neuen Ideen der Problemlösung zu widmen.

Das Ziel vor Augen haben

Das Gehirn muss wissen, wie sich eine Aufgabe genau gestaltet. Insbesondere welchen Inhalt, welchen Anfang und welches Ende sie hat. Dann können die geistigen Ressourcen bestmöglich eingeteilt werden.

Selbstgespräche führen 

Kleine Nebentätigkeiten wie Selbstgespräche oder Kritzeleien helfen dabei, Ablenkungen auszublenden und die Gedanken zu ordnen. Funktioniert am besten im Einzelbüro oder Homeoffice – oder die Kollegen vorher informieren.

Eine To-do-Liste erstellen

Das innere Belohnungssystem sehnt sich nach kleinen Erfolgen. Dabei kann das Abhaken von Aufgaben anhand einer Liste helfen und den Stress deutlich mindern.

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Mach mal Pause

Das Gehirn kann nur begrenzt Informationen aufnehmen und verarbeiten. Es ist nahezu unmöglich, sich länger als 45 Minuten ausschließlich auf eine Aufgabe zu fokussieren. Daher sollte die Arbeit eingeteilt und von vielen kleinen Pausen unterbrochen werden.

In der ersten Reihe sitzen

Die Aufmerksamkeit ist in hohem Maße von der räumlichen Nähe neuronaler Reize abhängig. Zuschauer in der ersten Reihe sind aufmerksamer, als Zuschauer in der letzten Bank. Wichtig ist also die physische Nähe zur Aufgabe oder dem Gesprächspartner.

Ohmmm

Regelmäßige Meditation kann zu einer besseren Fokussierung und Konzentration beitragen. Um effizienter zu arbeiten, reicht aber bereits regelmäßiges, tiefes Durchatmen.

Eins nach dem anderen

„Echtes“ Multitasking ist (leider) ein Mythos. Tatsächlich schwankt die Aufmerksamkeit dabei sehr schnell zwischen verschiedenen Tätigkeiten hin und her, was zu Fehlern führt. Besser: Priorisieren und sich auf eine Aufgabe nach der anderen konzentrieren.

Move it

Zu langes Sitzen beeinträchtigt die Konzentration. Regelmäßige Bewegung dagegen trägt zur Förderung der Lernfähigkeit, des Gedächtnisses und des konzeptionellen Denkvermögens bei.

Gute Nacht

Schlafmangel führt zu Stimmungsschwankungen, aber auch zu verschlechterter Lernfähigkeit. Daher: Rat befolgen und zeitig ins Bett gehen. Ausreichend Schlaf sorgt für höhere Konzentration und Aufmerksamkeit.

Einige dieser Tipps sind bekannt, andere überraschen. Die Empfehlung: Ausprobieren und effizienter arbeiten!

Bild: © Bildagentur PantherMedia  /