Bet on the jockey, not the horse

Von Pferden, Jockeys und Papierkram

1. Präsentiere dich mit Herzblut!

Das Wichtigste ist immer, dass man potentielle Venture-Capital-Geber für die eigene Idee begeistert. Dafür ist ein Businessplan in der Rückhand natürlich unabdingbar, aber wirklich essentiell ist es, die eigene Vision mit persönlichen Erfahrungen, einer guten Portion Charme und mit voller Überzeugung zu präsentieren.

„Bet on the jockey, not the horse“ beschreibt wohl die Situation eines VCs am Besten, denn in dieser ersten Phase geht es primär um den Auftritt des Ideengebers. Von Pferden (sprich Ideen) gibt es schlichtweg zu viele – erfolgreiche Jockeys hingegen sind rar gesät.

2. Verzettel dich nicht im Papierkram!

Es braucht wirklich nur sehr wenig, um loszulegen. Um eine GmbH zu gründen, braucht man wahrlich keinen Doktortitel und allein diese Formsache stößt oftmals ein Projekt an. Manchmal ist es einfacher die eigene Idee direkt umzusetzen, anstatt sich allzu viele Gedanken um die notwendigen Dokumente zu machen.

Aus meiner Erfahrung ist der erste Schritt, das Produkt zum Laufen zu bringen und herauszufinden, ob die Leute bereit wären, dafür auch Geld zu bezahlen. Was nützt der ganze Papierkram, wenn niemand am Ende auch Interesse an dem Produkt hat?

3. Keep it simple!

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Halte dich an den „Keep it simple“-Ansatz! In erster Linie geht es darum, VCs schnell für deine Idee zu begeistern. Zu viele Details, nervige Buzzwords und unnötige Schnörkel lenken nur vom eigentlichen Produkt ab. Standardisierte Dokumente funktionieren am Besten, dazu gibt es tonnenweise Literatur im Internet, die genau das bestätigen. Die jeweilige Fachsprache sollte jeder Gründer verstehen und verinnerlicht haben.

Teste die Beschreibung deiner Geschäftsidee ruhig an Freunden und Familie! Sollten sie deine Erklärungen nicht verstehen, gehe zurück auf Anfang und versuche deine Ideen einfacher zu formulieren. Ansonsten landest du auch bei VCs schnell auf der Abschussliste.

4. Nutze dein Netzwerk!

Behalte immer im Hinterkopf, dass du deine Idee jederzeit überzeugend präsentieren musst. Da hilft nur üben, denn je öfter du deine Idee jemanden vorstellst, desto sicherer und besser wirst du. Kein VC erwartet absolute Perfektion! Leidenschaft, Engagement und vor allem Fachkenntnis werden jedoch vorausgesetzt. Außerdem ist es für dich als Gründer wichtig, dich in der Szene und deiner Branche zu vernetzen.

Finde heraus, was der Markt braucht und finde deinen Platz in der Welt der Start-ups: Konferenzen, Start-up Weekends, Hackathons, Meet-ups, etc. Mit etwas Glück triffst du hier in entspannter Atmosphäre auf die richtigen VCs und kannst einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Oftmals entscheidet dies darüber, ob dein Start-up zu einem Finanzierungsgespräch eingeladen wird.

5. Vergiss niemals, um wen es wirklich geht: deine Kunden!

Auch wenn die zuvor genannten Punkte allesamt essentiell sind, so ist dieser hier das Herzstück deines Unternehmens: Denk an deine Kunden! Viel zu viele Start-ups verschwenden übermäßig viel Zeit mit Planungen und Verhandlungen, ohne wirklich vorwärtszukommen. Je früher du Feedback von Nutzern bekommst, desto besser. Lerne Kritik sinnvoll zu nutzen und in Verbesserungen umzuwandeln, schließlich baut ihr das Produkt für die Kunden und nicht als Ego-Trip!

Wenn du diese fünf Tipps beherzigst, hast du gute Chancen, VCs zu begeistern und sollte es einmal an der nötigen Motivation fehlen, so sieh dir andere erfolgreiche Unternehmen an: SoundCloud, ResearchGate, 6Wunderkinder, Searchmetrics, Zalando oder Citydeal – um nur ein paar wenige deutsche Paradebeispiele zu nennen.

Bild: © panthermedia.net / Ryan Faas