Tools - die Macher

Die Tools-Macher: Mark Hoffmann, Geschäftsführer Vertical Media, Dr. Christian Göke, Chef der Messe Berlin GmbH, Cornelia Yzer, Berlins Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Katja Gross, Projektleiterin Tools, Mathias Zacher, Senior Consultant IDC Central Europe. Es fehlt auf dem Bild: Florian Heinemann, Project A Ventures

Tools: Neue Messe für Web-Apps

„Wir als Unternehmen sind sehr nah dran an der digitalen Welt“, sagt Florian Heinemann, Gründer des Berliner Inkubators Project A. „Trotzdem fällt es selbst uns sehr schwer, in jedem dieser Bereiche, in denen es Tools gibt, auf dem neuesten Stand zu sein.“ Webbassierte Business-Tools meint er. Alles, was Software as a Service ist.

Project A kenne sich mit Marketing-Tools aus, „aber von Payment haben wir keine Ahnung, da gibt es wieder Anbieter, die sich nur damit beschäftigen. Und wenn Sie dann überlegen, diese Entwicklung trifft nun auf Unternehmen aus der alten Welt, da ist der Grad der Überforderung noch größer.“

Es ist Heinemanns Plädoyer an diesem Morgen, um auf der Pressekonferenz als Botschafter für das neue Format der Berliner Messe zu werben: „Tools“ (www.tools-berlin.de)  soll die Veranstaltung heißen, die im kommenden Jahr Anfang Mai im Rahmen der Berlin Web Week stattfindet. Vertical Media, der digitale Verlag hinter Gründerszene, ist strategischer Partner.

Zielpublikum: Fachbereichsleiter

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Tools soll die Business-Perspektive der webbasierten Anwendungen in den Vordergrund rücken. So erklärt Projektleiterin Katja Gross die Idee. Die Messe soll sich gezielt an Fachbereichsleiter aus den Bereichen Management und Operations, Finance und Controlling, Sales und Marketing, Logistics und Support sowie Product und IT wenden. Damit soll sich das Format deutlich abgrenzen von anderen IT-Messen, die in erster Linie Techniker und Programmierer ansprechen.

Zum Zielpublikum gehören alle, die mit den Produkten arbeiten müssen. Müssen im doppelten Sinne: Weil es zu ihrer täglichen Arbeit gehört – und weil der Markt inzwischen erfordert, dass nicht mehr nur die IT in Konzernen sich mit Cloud-Computing auseinandersetzt. 2012 habe das Marktvolumen für Public Cloud Services knapp 1,2 Milliarden Euro betragen, das Marktforschungsunternehmen IDC geht von 5,1 Milliarden Euro für 2017 aus.

Unterstützung bekommt die Messe bei ihrem neuen Format von der Telekom und lässt ein Statement von Phil Zamani, Senior Vice President Cloud Services bei der Telekom, übermitteln: „Der wachsende Bedarf nach Lösungen und Information erwidert eine klare Strukturierung des umfangreichen Angebots sowie eine veränderte Ansprache der neuen Zielgruppe.“ Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) unterstützt die Idee. Und Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, die zum Pressetermin gekommen ist, weist auf die 6.500 IT-Unternehmen hin, die in der Stadt einen Umsatz von zehn Milliarden Euro machen und 71.000 Angestellte beschäftigen. Das neue Messeformat biete die geeignete Plattform für den bestehenden Trend zur Professionalisierung und Business.

Digitalen B-to-B-Unternehmen eine Bühne geben

„Wir sind noch in einer sehr frühen Phase. Wenn Sie Leute fragen, was sie unter Cloud und Big Data verstehen, ich wette, die Schnittmenge beträgt nur 30 Prozent“, sagt Florian Heinemann. Er glaubt, dass die Messe einen Überblick gibt, welche Tools es gibt. Und Besuchern dabei hilft, Inhouse-Kompetenz aufzubauen. Denn die Branche verändere sich sehr schnell. „Selbst die Tools, die mal in der Internetwelt gestartet sind, können sich nach fünf bis acht Jahren wieder verabschieden. Und alle, für die Tools bisher eher ein IT-Abteilungsthema war, die haben ein großes Problem“, sagt Heinemann.

Der Project-A-Mann setzt darauf, dass die Tools auch für ihn als Investor interessant ist. Und dass vermehrt B-to-B-Unternehmen im digitalen Bereich auch in Europa und Berlin gegründet werden, wie etwa Saleforce aus den USA. Eine Messe wie Tools könne derweil deutschen Unternehmen aus diesem Bereich und damit auch Berlin eine Bühne geben.