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Es war schon eine stattliche Summe, die das kalifornische Unternehmen Intuit für den Anbieter für Online-Buchhaltung Mint bezahlt hat. Insgesamt 170 Millionen US-Dollar wechselten am Montag den Besitzer für das vor zwei Jahren auf der TechCrunch50 gegründete Unternehmen.

Und eigentlich soll Mint ja helfen, Geld zu sparen: „Money management“ lautet der Service des Unternehmens, mit dem die User kostenlos ihre Haushaltskasse verwalten können. Von der Ausgabenplanung bis zur Altersvorsorge ist eigentlich alles möglich, was mit Finanzen zu tun hat.  Binnen weniger Minuten lässt sich nachvollziehen, wofür das eigene Geld ausgegeben wird und wie sich die eigenen Investments entwickeln. Dabei lassen sich Budgets aufstellen, ebenso wie Alarme per E-Mail oder SMS eingerichtet werden können. Und Intuit darf mit dem Kauf des „personal Finance Service“ zufrieden sein: Insgesamt hatte Mint in drei Finanzierungsrunden 32 Millionen Dollar akquirieren können und wurde zum Schluss mit 140 Millionen US-Dollar bewertet bei rund 3.000 neuen Usern pro Tag.

Finanzieren kann sich Mint durch eine kleine Gebühr, die bei einigen personalisierten Sparempfehlungen anfällt, wenn die Nutzer denn wirklich Geld sparen. Der Blick des Unternehmens sei dennoch ungetrübt versichert man auf der Mint-Webseite. Klar, dass dieses Geschäftsmodell auch andernorts Neugierige auf den Plan ruft: So etwa Kublax in Großbritannien oder Kontoblick, das deutsche Copycat aus dem Hause Samwer.

Auch Kontoblick wirbt damit, dem Nutzer ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem dieser die volle Transparenz über seine Finanzen erhält. Analog zu Mint zeigt Kontoblick, wofür Geld ausgegeben wird und wo gespart werden kann. Die private Finanzverwaltung kombiniert das klassische Haushaltsbuch mit den Funktionen des Online-Bankings.

Im Vergleich zum amerikanischen Mint performen die europäischen Pendants allerdings nicht mal annähernd so gut, was wohl einerseits mit dem kleineren Markt, andererseits aber auch mit dem Fokus auf umsatzschwache Zielgruppen zu tun haben mag. So hat Mint laut Google Ad Planner etwa 66 mal mehr Unique Visitors als Kontoblick und hält die Nutzer doppelt so lange auf der Seite.

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Dennoch gab es erst kürzlich eine interne Runde beim Münchner StartUp: Kontoblick wird von der Kontoblick GmbH betrieben und weißt derzeit neben zehn beteiligten Personen auch die beiden Investoren European Founders Fund und Holtzbrinck Ventures auf. Das zuvor als Kekaya und Marmor 223. V V GmbH geführte Unternehmen gehört zu 36 Prozent dem EFF (vorher 37 Prozent) und zu 17 Prozent (vorher 12 Prozent) Holtzbrinck Ventures. Während Holtzbrinck bei der internen Runde also seine Anteile aufgestockt hat, sind die des EFF leicht gesunken. Ebenso sind die Anteile der Geschäftsleitung bestehend aus Christopher Cederskog und Philipp Erler (beide 18 Prozent) bei der letzten Erhöhung um zwei Prozent gesunken.

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