Till Kern

Till Kern dachte sich Ttoogg noch während der Schulzeit aus

Till Kern studiert Wirtschaftsinformatik im ersten Semester an der TU München. Vor etwas über einem Jahr, während der Abi-Zeit, gründete er das Startup Ttoogg (sprich: Tock). Die Geschäftsführung konnte Till damals noch nicht selbst übernehmen, denn zum Zeitpunkt der Gründung war er gerade einmal 17. Sein Vater sprang ein: Siegbert Kern, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Westfälischen Hochschule.

Mitgegründet haben das Unternehmen auch Informatik-Absolvent Alexander Paulczynski sowie Matthias Pischka und Stefan Wehling, die derzeit noch Informatik im Master studieren und Studenten bei Till Kerns Vater waren. Till erzählt, er sei damals häufiger an der Hochschule seines Vaters gewesen. Der hätte ihm Paulczynski, Pischka und Wehling als seine „Top-Leute“ vorgestellt. Tills Idee, eine Event-App zu launchen habe ihnen gefallen, sie schlossen sich dem Schüler an und entwickelten die Anwendung zusammen.

TtooggWas kann die App der Informatiker? Im Prinzip ist Ttoogg eine abgespeckte Version von Facebook, beschränkt auf die Verwaltung von Terminen und Events. Sie dürfte vor allem jenen gefallen, die von der Selbstdarstellung in den Netzwerken die Nase voll haben, auf deren wahrlich soziale Funktionen aber nicht verzichten wollen. Ttoogg zeigt die Veranstaltungen relativ unspektakulär auf weißem Grund an, man sagt zu oder ab, erstellt selbst Ereignisse, zu denen man Freunde einlädt. Die App erinnert seine Nutzer etwa an bevorstehende Grillpartys oder Verabredungen. Vergangene Ereignisse verschwinden. Chats sind immer auf ein einzelnes Event gemünzt, private Nachrichten unterstützt die App nicht.

„Ttoogg ist für Alle, denen ihr Kalender zu langweilig geworden ist“, heißt es in einer Selbstauskunft des Startups. Die App gibt es seit Oktober für Android und iOS. Ähnlich wie Tttoogg funktioniert die Android-Event-App Contivy.

Auf den Spuren großer Netzwerke wandelt Ttoogg mit 50 Downloads im Google Play Store zwar nicht. Doch Kern und Kollegen haben Pläne: Sie wollen öffentliche Großveranstaltungen in ihre App einbinden, Konzerte, Shopping-Events. Dann könnten auch Fernsehsender ihre Programmpunkte einspielen, Modehäuser den Winterschlussverkauf ankündigen. Till erklärt, man werde dazu Hashtags einsetzen, müsse dann lediglich Schlagworte eingeben, zum Beispiel #münchen #party, nicht wie auf Facebook den kompletten Titel oder den Ort einer Veranstaltung kennen, um sie zu finden. Für die Veranstalter werde sich der Preis dafür aus der Zahl der Zusagen berechnen.

Im Januar wurde Till Kern 18. Jetzt ist er der Geschäftsführer.

Bild: Till Kern